Billstedt soll schöner werden

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Besucher loben die Atmosphäre, den Marktbeschickern ist es zu eng Foto: Grell
Hamburg: Möllner Landstraße |

Was sich Anwohner zur Verbesserung wünschen. Hamburger Wochenblatt fragt nach

Von Karen Grell
Billstedt
Der Stadtteil soll attraktiver werden und das nicht nur in Hinblick auf das Wohnen, sondern auch in Sachen Aufenthaltsqualität im Zentrum Billstedts. Hauptstreitpunkt sind hier immer wieder die fehlenden Parkmöglichkeiten – gerade auch für die Marktbeschicker.

Zebrastreifen fehlt

Die Fußgängerbrücke finden die meisten Billstedter hässlich. Im Winter sei sie, laut der direkten Anwohner, immer spiegelglatt und der Fahrstuhl dauerhaft defekt. Als es noch einen Zebrastreifen gegeben habe, hätte es an dieser Stelle viel weniger Unfälle gegeben, meint ein Geschäftsinhaber, der direkt unter der Brücke seinen Laden hat. „Die Autofahrer sind unvorsichtig, weil sie sich eben auf die Brücke verlassen.“ Wenn es nach den Bewohnern in Billstedt geht, die hier „eigentlich alle sehr gern wohnen“, dann könnte sich allerdings auch noch vieles mehr verändern.

Kopfsteinpflaster unpraktisch für Senioren

Nadia und Samira beklagen beispielsweise die Schließung einiger wichtiger Geschäfte, die dann im Stadtteil fehlen. Dazu zählt unter anderen ihre Bank, die jetzt den Standort komplett aufgegeben hat. Einige der Marktbeschicker stört die Enge, die ein ungehindertes Aufbauen der Stände oft schwierig mache. „Hier drüben, da stehen ein Elektrokasten, ein Parkschild und ein Poller so ungünstig in Dreieckformation zusammen, dass man kaum passieren kann, schon gar nicht mit großen Fahrzeugen“, so Stefan Köhn, der auf dem Wochenmarkt Süßwaren verkauft.
Richtig unpraktisch sei zudem das Kopfsteinpflaster mitten auf dem Marktplatz. „Versuchen Sie hier mal mit einem Rollator voranzukommen“, ärgert sich Renate Piechulla. Für ältere Leute sei das eine Katastrophe. „Ich habe aber auch schon Passanten gesehen, die an dieser Stelle mit dem Kinderwagen und mit hohen Hackenschuhen steckengeblieben sind.“

Bezirksamt plant Veränderungen

Szarlota Klosowska wohnt seit über zehn Jahren im Quartier und ist froh darüber, in Billstedt alles in der Nähe vorzufinden. „Ärzte, Geschäfte, Banken und viele andere Institutionen sind hier zentral gelegen.“ Auch ihre Mutter Ursula Bukiewicz, die gerade aus Polen zu Besuch ist, liebe diese Nähe zum Trubel in Billstedt. „Wo meine Mutter lebt, da muss sie in Polen erst eine lange Busfahrt auf sich nehmen, um zum Wochenmarkt zu gelangen.“, meint Szarlota. Michael Mathe, Amtsleiter für Stadt- und Landschaftsplanung im Bezirksamt Mitte, plant einige Veränderungen für das Viertel, dabei liegt der Fokus auf Parkplatzsituation und Attraktivität des Zentrums. Bis auf die baulichen Veränderungen, wie der geplante Abriss der Fußgängerbrücke über der Billstedter Hauptstraße und der Wunsch nach mehr Sitzbänken in der Innenstadt des Quartiers, sind viele Bewohner aber ziemlich zufrieden mit ihrem Stadtteil im Hamburger Osten. „Oft ist es hier wie in einem Dorf. Man kennt sich und es ist immer etwas los!“.
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