Billstedter Hauptstraße: Polizei gegen neue Ampel

Anzeige
Haltestelle Lohkamp: Das Queren der Straße soll für Passanten durch eine Fußgängerampel sicherer werden, findet die Politik Foto: fbt
Hamburg: Lohkamp |

Regionalausschuss: Fußgänger an Haltestelle Lohkamp sind gefährdet

Von Frank Berno Timm
Billstedt
Die Billstedter Hauptstraße muss eine Menge Verkehr aufnehmen. Nach Ansicht des Billstedter Regionalausschusses muss es an der Haltestelle Lohkamp der Buslinie 232 unbedingt eine Ampel für Fußgänger geben. Alle Fraktionen im Regionalausschuss Billstedt der Bezirksversammlung wollten sich am vergangenen Dienstag einem Antrag der CDU anschließen, der für die Bushaltestelle Lohkamp der Buslinie 232 eine „Drückampel“ fordert. Gerhard Imholz (CDU) sagte, es gebe hier jedes Jahr einen Schwerverletzten. Auf einer Strecke von 1,6 Kilometern existiere für Fußgänger keine Möglichkeit mit Ampelhilfe die Billstedter Hauptstraße zu überqueren. Den ersten Unfall mit Schwerverletzten habe es im Februar gegeben. Frank Ramlow (SPD) meinte, hier müsse gehandelt werden und mindestens ein Zebrastreifen entstehen. Nicole Kistenbrügger (Grüne) und Maureen Schwalke (Linke) schlossen sich an. Die Linken-Abgeordnete beklagte, es werde „unwahrscheinlich gerast“. Auch die AfD schloss sich dem Antrag an.

1000 Autos pro Stunde

Rainer Lübbert vom Billstedter Polizeikommissariat räumte zwar ein, dass die Polizei seit Jahren mit diesem Thema befasst sei, betonte aber, dass die Bushaltestelle aus Polizeisicht kein Unfallschwerpunkt sei. Die meisten Unfälle passierten im „Längsverkehr“. Hier sind nach Lübbert rund 1.000 Autos pro Stunde unterwegs; für Fußgänger gäbe es „trotzdem genügend Lücken“, weil der Verkehr durch die anderen Ampeln in der Straße blockweise abgewickelt werde. Carsten Rohde (CDU) meinte, eine Ampel sei teuer, ein Unfall aber auch, deshalb sei Lübberts Einlassung „nachrangig zu behandeln“. Doris Holst-Pacholski (AfD) ergänzte, an der nahen Kreuzung zur Roten Brücke gäbe es fast täglich einen Unfall. Wenn man hier eine Ampel installiere, könne sich das auch helfend auf den Lohkamp auswirken. Man müsse auch bedenken, dass mit dem Neubauprojekt am Anfang der Steinbeker Marktstraße auf dem heutigen Schulgelände (das Wochenblatt berichtete) weiterer Verkehr hinzukommen werde. Trotz Bedenken der Polizei folgte der Regionalausschuss einstimmig dem CDU-Antrag.

Unfälle in Billstedt häufen sich

Eine kurze Stichprobe am Ort des Geschehens ergab übrigens, dass sich auch nach Ende des Berufsverkehrs an der Haltestelle Lohkamp sofort ein kleiner Stau bildet, wenn ein Bus hält. Fußgänger kommen erst mal nicht über die Straße. Rainer Lübbert vom PK 42 erklärte ergänzend dem Hamburger Wochenblatt, der Begriff Unfallhäufungsstelle orientiere sich „an definierten Schwellenwerten wie Art der Verkehrsbeteiligung, Anzahl der Verkehrsunfälle in einem Zeitraum von 12 oder 36 Monaten und/oder Personenschaden“. Seien Fußgänger beteiligt, werde eine Örtlichkeit zur Unfallhäufungsstelle, „wenn sich in 36 Monaten vier Verkehrsunfälle ereignet haben“. In Billstedt nennt Lübbert vier Unfallstellen, an denen häufig Fußgänger beteiligt sind: den Pagenfelder Platz, Mümmelmannsberg/ Oskar-Schlemmer-Straße, die Billstedter Hauptstraße/ Schiffbeker Weg und Kattensteert/ Schiffbeker Weg. An den beiden Haltestelle Lohkamp hat es laut Lübbert vom 01.01.2015 bis 30.05.2017 insgesamt sechs Verkehrsunfälle gegeben. Lübberts Statistik nennt dabei nur zwei Unfälle mit Fußgängern in diesem Jahr an diesem Ort.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige