Billstedts neue Masche

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Dieser Baum am Adolf-Meyer-Haus wurde bereits neu „ummantelt“
 
Kunstvoll werden die Elemente mit Herzen oder Blümchen verziert

Bäume, Poller, Schilder – alles wird umhäkelt und bestrickt

Von Christa Möller

Billstedt. Eine etwas andere Handarbeitsrunde hat in Billstedt Erstaunliches geschaffen. Nicht Wollmützchen und Babyschuhe, Socken und Schals, Pullover und Jacken wurden zuhause oder im Mehrgenerationenhaus an der Merkenstraße 4 gestrickt und gehäkelt. Nein, hier entstand etwas völlig anderes, nämlich „Billstedts neue Masche“ für Laternenmasten, Fahrradständer, Poller oder Verkehrsschilder und Sitzpoller.


Die Aktion nach einer Idee von Kai Schiffer und Rainer Picker, organisiert vom Mehrgenerationenhaus und der Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft Hamburg, kurz „steg“ genannt, soll mit der Integrierten Stadtteilentwicklung den öffentlichen Raum im Zentrum attraktiver machen. Zwischen Fritzschweg und Marktplatz wurde der Öjendorfer Weg neu gestaltet. Demnächst erhält er noch wollige Verschönerungen. „Wir machen es bunt, um die kulturellen Einrichtungen miteinander zu vernetzen“, erläutert die Kulturpädagogin Frauke Rubarth das Prinzip der „Kulturachse“ vom KulturPalast Hamburg über das Haus der Jugend Billstedt, die Katholische Schule und die Kirche Sankt Paulus am ÖjendorferWeg, die Bücherhalle Billstedt und die Volkshochschule bis zur Kreuzkirche Schiffbek und dem Sozialkaufhaus in der Billstedter Hauptstraße. „Dabei geht es nur um die Sockel – wir bestricken nichts Verkehrsrelevantes.“
„Wir wollen künstlerisch bereichern, nicht sabotieren“, sagt sie. Frauke Rubarth begleitet die Aktion künstlerisch und ist für die Organisation zuständig. Beteiligt sind etwa 70 Aktive, vom Kindergartenkind bis zur Oma. „Ich habe alle Einrichtungen rund um den Öjendorfer Weg kontaktiert und gefragt, ob sie Lust haben, dabei zu sein.“
Sie hatte Erfolg: Unter anderem machen die Kinder der Kita Falkennest am Öjendorfer Weg mit, eine Klasse der Katholischen Schule, die Quartiere sowie einige Damen vom Internationalen Frauentreff sind beteiligt. Überall haben sich kleine Gruppen zusammengetan. Einige Mieterinnen aus dem Adolf-Meyer Haus (Service Wohnen) haben im Eingangsbereich schon mit der Dekoration begonnen. „Das sieht ganz lustig aus“, finden sie und freuen sich, dass die Männer immer bereit sind zu helfen. Mariechen
Daske ist „Intensivtäter“, immer mal abends handarbeitete sie zuhause, um ihren Stadtteil aufzurüschen. Denn nicht nur Rechtecke und Quadrate entstanden aus den bunten Wollresten, die die Beteiligten selbst beisteuerten oder die dafür gespendet wurden. Demnächst ebenfalls öffentlich zu begutachten sind lustige Bommel, Herzchen und Rosetten.
Ins Mehrgenerationenhaus kommen die Damen, um sich auszutauschen, weiterzustricken und zu gucken, was schon entstanden ist. Amarachi, 10, ist Expertin im Fingerhäkeln und kann deshalb den anderen noch was beibringen. Sie selbst möchte gern besser stricken lernen. Ihre Mutter Angelika Schlembach sagt: „Ich finde es schön, wenn man miteinander etwas auf die Beine stellt. Es ist toll, wie alle da mitmachen.“ Männer häkeln und stricken allerdings nicht, helfen aber beim Anbringen der bunt gestreiften Objekte. Der Großteil der insgesamt etwa 50 Wollkreationen wird am Sonnabend, 8. Juni, und Sonntag, 9. Juni, von vielen eifrigen Helfern an Ort und Stelle installiert. (cm)
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Angelika Nieselberger aus Altstadt | 22.05.2013 | 16:59  
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