Billstedts Zentrum wird saniert

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Das Zentrum Billstedts rückt in den gesamtstädtischen Blick Foto: Bezirksamt Hamburg-Mitte
 
Das Untersuchungsgebiet umfasst die zentralen Bereiche des Zentrums als auch die umliegenden Wohn- und Gewerbeflächen Foto: Bezirksamt Hamburg-Mitte

Für die geplante Frischekur sind auch die Ideen der Hamburger gefragt

Von Frank Berno Timm
Billstedt
Bis April 2017 soll das Zentrum Billstedts ein förmlich festgelegtes Gebiet für Sanierung und Stadtumbau werden. Michael Mathe, Fachamtsleiter Stadt- und Landschaftsplanung im Bezirksamt Mitte, hatte zusammen mit seinen Mitarbeiterinnen Ursula Groß und Angela Hellenbach Eigentümer aus dem Billstedter Zentrum zu einem ersten Treffen eingeladen. Mathe betonte immer wieder, die Sanierung könne nur gemeinsam mit den Eigentümern gelingen. Zuvor war schon der Quartiersbeirat über die Pläne informiert worden (das Wochenblatt berichtete). Laut Mathe gibt es seit Februar einen Beschluss des Hamburger Senats, im Billstedter Zentrum vorbereitende Untersuchungen für ein Sanierungsgebiet zu beginnen. Das jetzt abgegrenzte Gebiet reicht vom Geesthang, der Billstedter Haupt- und der Reclamstraße bis zum Maukestieg, dem Schiffbeker Weg mit einer „Ausbuchtung“ hin zum Kreuzkirchenstieg. Mathe erläuterte, das Sozialmonitoring habe für das Gebiet einen sehr niedrigen Status gezeigt, die hier lebenden Menschen seien sehr jung und über zwei Drittel Migranten, außerdem gebe es einen „erhöhten Anteil Transferleistungsbezieher“. Die Eigentümerstruktur sei heterogen – neben Wohnungsunternehmen gebe es Privat- und öffentlichen Besitz (die Straßen als öffentlichen Besitzes sieht Mathe als eine der Hauptaufgaben der Sanierung). Der Amtsleiter erinnerte einmal mehr daran, dass es viele, notwendige Geschäfte nicht mehr gebe, er beklagte „tote“ Fassaden und einen „Trading-down-Effekt“. Der Stadtplaner wies allerdings auch darauf hin, dass der bevorstehende Einzug eines großen Textil-filialisten ins Billstedt-Center positive Effekte habe: „Gehen Sie mal nach Bremen“, sagte Mathe, dort habe der entsprechende Umstand neue Leute angezogen. Großes Thema ist für den Amtsleiter auch die Absicht, neues Wohnen nach Billstedt zu holen – etwa Studierende: „Ich habe Investoren, die investieren wollen“, diese Chance müsse man jetzt nutzen. Die bisherige Untersuchung habe 14 Flächen in Billstedts Zentrum identifiziert, die neu geordnet werden könnten – dies sei nur gemeinsam mit Eigentümern möglich. Darunter ist, wie Mathe weiter berichtete, der Parkplatz an der Reclamstraße, auch das jetzige Parken am Geesthang stellte er zugunsten von Wohnungsbau infrage. Bis April 2017 soll der Beschluss fallen, dass Billstedt Sanierungs- und Stadtumbaugebiet wird. Das Gespräch mit den durchaus zahlreich erschienenen Eigentümern war spannend, aber kaum kontrovers. Einmal mehr wurde der zum Erliegen gekommene Umbau der Billstedter Hauptstraße angemahnt. Mit Skepsis reagierten die Zuhörer auf Vorstellungen, existierende Parkplätze mit Wohnungen zu bebauen. Die „Wildwestmanier“ kostenfreien Parkens an der Reclamstraße werde nicht bleiben, hier brachte auch der Fachamtsleiter eine Bewirtschaftung ins Gespräch. Offensichtlich wird auch die Fläche an der Reclam-/Möllner Landstraße wieder angeschaut. Mathe ließ zudem die Absicht erkennen, auf dem Parkplatz an der Reclamstraße unter Erhalt der historischen Bäume einen Zugang zur Paulusschule und am Rand Wohnungen zu bauen. Am Schiffbeker Weg/Billstedter Hauptstraße, brachte Mathe auf entsprechende Fragen eine Veränderung der „Budenlandschaft“ in der Nachbarschaft des Hotels ins Gespräch. Auf der Kulturachse am Öjendorfer Weg müsse „noch was ganz anderes passieren“. Ähnliches gilt für den Schiffbeker Weg, wo es laut Mathe „echte Brüche“ in der Bebauung gibt. Auch auf der anderen Seite, wo ein Discounter seinen Sitz hat, gebe es Gespräche mit dessen Expansionsleitung – die Vorstellungen des Stadtplaners bewegen sich Richtung Wohnen mit Einkaufen im Erdgeschoss. Auch die Häuser aus den 50er Jahren müssten auf andere Weise vor dem Lärm geschützt werden. Die Fachamtsmitarbeiter werden die Gespräche fortsetzen. Als nächstes findet eine Runde mit den Gewerbetreibenden statt.

Meinung und Ideen der Billstedter gefragt:


Billstedter können sich noch bis zum 27. Oktober an der Planunge beteiligen und Ideen einreichen. Das Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung fragt nach folgenden Themen:
- Im Zentrum von Billstedt stört mich…
- Im Zentrum von Billstedt finde ich gut…
- Unbedingt erhalten werden sollte…
- Ich habe folgende Ideen und Wünsche, die verwirklicht werden sollen…

Außerdem soll genannt werden, ob man:
- Anwohner
- Gewerbetreibender
- Besucher
- Eigentümer
- Beschäftigter ist

Mehrfachnennungen sind möglich. Antwort per Post an: Bezirksamt Hamburg-Mitte, Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung, Klosterwall 8, 20095 Hamburg


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