Bund Hamburg: Streuobst richtig ernten

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Gärtner Peter Paul versorgt die Bruchstellen. Britta van Hoorn vom BUND hofft, dass die Besucher der Streuobstwiese jetzt vorsichtiger sein werden Foto: Grell

An der Schleemer Mühle in Billstedt haben Besucher beim Äpfel pflücken ganze Äste abgerissen und Bäume schwer beschädigt

Billstedt Überall in den Bezirken gibt es Streuobstwiesen, auf denen meist Apfelbäume blühen und im Herbst Früchte tragen. Gepflegt werden die Wiesen ehrenamtlich von ansässigen Naturschutzverbänden und freiwilligen Helfern, die sich für den Erhalt dieser grünen Oasen in der Stadt engagieren. So ist es auch auf der Streuobstwiese An der Schleemer Mühle. Vom Bund für Naturschutz BUND betreut, ist hier eine Kinder-Naturgruppe aus dem Stadtteil zuständig und kümmert sich das ganze Jahr über um die etwa zehn Jahre alten Bäume. Entsetzt war die Gruppe jetzt darüber, dass Menschen, die sich ein paar Äpfel pflücken wollten, gleich ganze Äste abgebrochen haben, um besser an die Früchte zu gelangen. „Man könnte doch ganz einfach Räuberleiter machen“, überlegt Melina Soltau (18) von der BUND Jugend. Insgesamt sind auf der Streuobstwiese in Billstedt vier Bäume beschädigt worden. Peter Paul von der der Gärtnerei Vaick musste als Baumdoktor zur Hilfe gerufen werden und die „Baum-Wunden“ mit einer Paste versiegeln. Peter Paul war auch schon dabei, als vor Jahren die Bäume und Büsche auf der Wiese gepflanzt wurden und er weiß, wie lange es dauert, bis sich die Gewächse wieder von den Schäden erholt haben. Genau deshalb appelliert der Landschaftsgärtner an alle, die auf der Streuobstwiese unterwegs sind: „Äpfel pflücken ist okay, aber die Äste müssen heil bleiben.“ Schade sei auch, dass die Früchte, die jetzt so unklug geerntet wurden, noch gar nicht reif waren, denn es handele sich um späte Sorten, die noch gar nicht zu genießen seien – und der Baum musste trotzdem leiden. Britta van Hoorn, die mit den Kindern aus der nahegelegenen Spielwerkstatt seit 2012 auf dem Gelände nach dem Rechten sieht, findet den Vorfall sehr bedauerlich, denn die Kinder geben sich große Mühe, die Fläche in Ordnung zu halten. „Wir kommen zwei bis drei Mal im Monat her und hoffen nun, dass die Bruchstellen schnell verheilen“. Die Kinder wissen, warum der Gärtner den Bäumen einen Verband auftragen musste: „Die bluten doch auch, wenn sie verletzt werden.“ (kg)
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