Containerdorf bezugsfertig

Anzeige
Die neuen Wohnunterkünfte für Asylbewerber an der Berzeliusstraße Foto: je

Platz für insgesamt 600 Flüchtlinge. „Fördern und Wohnen“ will sich kümmern

Von Martin Jenssen
Billbrook/Billstedt
An der Berzeliusstraße steht wieder ein Flüchtlingsdorf. Die ersten Häuser sind bezugsfertig. Am Dienstag sollten die ersten 29 Flüchtlinge einziehen. Insgesamt sollen bis Ende Januar 120 Flüchtlinge an der Berzeliusstraße wohnen. Bis Ende März sollen weitere 480 Flüchtlinge oder Obdachlose folgen.

Möblierte Wohnungen


Dr. Rembert Vaerst, Geschäftsführer des sozialen Dienstleistungsunternehmens „fördern und wohnen“, das für die Unterkunft zuständig ist, stellte am Montag der Öffentlichkeit die ersten bezugsfertigen Häuser vor. Es handelt sich um zweigeschossige Modulhäuser, die aus Wohncontainern zusammengestellt werden. Jedes Haus hat vier abgeschlossene Wohnungen – drei Dreizimmerwohnungen und eine Vierzimmerwohnung. In jedem Zimmer stehen zwei Betten.
Jede Wohnung hat eine Küche, einen separaten Waschraum und ein WC. Die Grundmöblierung in jedem Zimmer besteht aus zwei Betten, zwei Schränken einem Tisch und zwei Stühlen. Die Flüchtlinge können sich später, wenn eine Familie in einer Wohnung unterkommt, die Zimmer nach ihren persönlichen Vorstellungen einrichten. „Jede Wohnung bekommt auch ihren eigenen Briefkasten“, so Geschäftsführer Rembert Vaerst.
Im zweiten Bauabschnitt sollen ab Februar 276 Plätzen und ab März im dritten Bauabschnitt 204 Plätze angeboten werden. Zwei weitere Modulhäuser werden für die Verwaltung und für Gemeinschaftsräume aufgestellt. Dort sind Büros der Mitarbeiter, Sozial-und Gruppenräume sowie Waschmaschinenräume untergebracht.

Mehr Busse?


In der Außenanlage werden noch Spielplätze für die Kinder gebaut. Versorgen müssen sich die Flüchtlinge, die finanzielle Hilfen in Höhe der Sozialhilfe bekommen, in den Geschäften in Billstedt. „Es ist relativ einfach von der Berzeliusstraße die Billstedter Einkaufsmöglichkeiten zu Fuß zu erreichen. Außerdem sind wir mit dem HVV im Gespräch, den Busverkehr zu intensivieren“, erklärt Rembert Vaerst.
Der Standort Berzeliusstraße ist nicht ganz unproblematisch. Bis 2002 waren an der „Berze“, wie die Unterkunft damals genannt wurde, hochproblematische Asylbewerber untergebracht. Eine Siedlung, die bundesweit für Empörung sorgte, nachdem dort ein 68-jähriger pflegebedürftiger Mann in seiner Kleinstwohnung verhungerte, weil sich niemand um ihn gekümmert hatte.

Soziale Betreuung


So etwas soll diesmal nicht passieren. Acht Mitarbeiter von „fördern und wohnen“ sind in der neuen Unterkunft für die soziale Beratung, Betreuung und Verwaltung zuständig. Außerdem werden dort vier Techniker arbeiten. Die neuen Bewohner an der Berzeliusstraße sollen durch Sport- und Freizeitangebote sowie durch die Teilnahme an Sprachkursen integriert werden. Für Kinder und Jugendliche gibt es in der Nähe der Flüchtlingsunterkunft einen Kindergarten und eine Schule.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige