Da bleibt das Miau im Halse stecken

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Kater Willi erzählt aus seinem Leben Grafik: wb

An dieser Stelle schreibt jede Woche Kater Willi. Heute über die ganze Härte Australiens

Hamburg Heute wird‘s ernst, Leute. Also thematisch. In Australien wollen die Zweibeiner nämlich zwei Millionen meiner Artgenossen töten. Ja, richtig gelesen: ZWEI MILLIONEN Katzen sollen down under ins Jenseits befördert werden! Unter anderem mit Sensorfallen, die Gift-Gel im Vorübergehen aufs Fell sprühen. Damit bei der nächsten Katzenwäsche der Tod eingeschleckt wird. Da bleibt einem das Maunzen im Halse stecken. Die Begründung für die tierische Endlösung bis 2020: Nur so könne man einheimische Arten davor schützen, dass sie dasselbe Schicksal wie der Tasmanischen Langnasenbeutler ereilt. Ausgestorben. Futsch, weg. Angeblich soll es 20 Millionen verwilderte Katzen bei den Aussies geben. Wer die da so genau gezählt hat? Auf jeden Fall gelten sie als böse Räuber von allem, was kreucht und fleucht. Dass sie andere Plagegeister wie Kaninchen in Schach halten, wird weitgehend ignoriert. Statt der Massenvernichtung sollte man lieber die unkontrollierte Vermehrung stoppen. Stichwort Sterilisation. Nicht schön, aber besser als das sinnlose Töten. In der Wahl der Mittel ist der Australier nicht zimperlich. Auch bei der eigenen Spezies. Während die Diskussion um den Catozid noch läuft, ist der Kontinent wegen einer anderen Härteregelung in den Schlagzeilen. Es geht um das brutale Vorgehen gegen Flüchtlinge, die per Boot an die Küsten von Sydney & Co. wollen. Wer erwischt wird, wird auf ferne Eilande deportiert. Die Bedingungen auf der „Weihnachtsinsel“ sollen unmenschlich sein – ist das nicht übelster Sarkasmus? Die Deportierten verletzen sich selbst, um zur Behandlung aufs Festland zu kommen. Die Klage einer Frau gegen den Rücktransport ins Lager wurde jetzt abgewiesen. Diese Politik schrecke neue Flüchtlinge ab, so würden weniger Menschen ertrinken, sagt die Regierung. Sehr betrübt ist Euer Willi.

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