Das Flickwerk in Hamburg-Horn bleibt

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Die Bushaltestelle im Sandkamp soll bis zum U-Bahnbau nicht grundhaft erneuert werden Foto: fbt
 
Die Gullyeinfassung im Sandkamp ist kaputt gefahren Foto: fbt
Hamburg: Sandkamp |

Grundsanierung der Straßen erst im Zusammenhang mit U4-Bau ab 2019

Von Frank Berno Timm
Horn
Das Straßenquaree Marienthal - Sandkamp - Washingtonallee - Horner Rennbahn macht einen vernachlässigten Eindruck. Radwege sind häufig unbenutzbar, Bushaltestellen und Fahrspuren kaputt gefahren. An der Bushaltestelle Horner Rennbahn (Richtung Billstedt/Böckler-Ring) halten vier Busse: Die Linien 23, 213, 261 und 461, der Nachtverkehr kommt dazu. Der meistens hier eingesetzte Standardbus wiegt nach Herstellerangaben 19 Tonnen. Die Bushaltestelle sieht entsprechend aus: Das Pflaster ist beschädigt, an einigen Stellen mit Asphalt geflickt. Die vorbeifahrenden Autos fahren unsanft über einen Stahldeckel.

Löcher, kaputte Gullyeinfassung, zerstörter Mittelstreifen

Hinter der Bushaltestelle beginnt ein Radweg: Der ist allerdings nur noch in Andeutungen vorhanden, nach der Parkhauseinfahrt zum Kaufhaus ist er so schmal, dass man ihn schon nicht mehr als Radweg bezeichnen kann. Hier hat nach Auskunft des Bezirksamts ein erstes Treffen der Zuständigen stattgefunden, Veränderungen sollen folgen. Die nächste Bushaltestelle (Linien 23/213, Sandkamp Richtung Washingtonallee) sieht noch schlimmer aus: Auch hier Flickstellen, ein Loch ist richtig tief. Die Sandkamp-Fahrbahn im weiteren Verlauf zur Washingtonallee macht ebenfalls einen vernachlässigten Eindruck: reparierte Abschnitte, verwitterter Straßenbelag, eine kaputt gefahrene Gullyeinfassung. An der Washingtonallee sieht es nicht viel besser aus. Das Pflaster des nordwestlichen Bürgersteigs ist lückenhaft, der Mittelstreifen vom vielen Parken zerstört.

Amt: Grünfläche, keine Parkfläche

Der Bezirk Mitte bemüht sich nach eigenen Angaben seit 2011 (dann 2013, 2015 und noch einmal 2015/2016) beim Landesbetrieb Brücken, Straßen und Gewässer (LSBG) darum, dass die Bushaltestelle am Sandkamp ausgebessert wird. Davon, dass der Sandkamp in schlechtem, sanierungsbedürftigen Zustand sei, ist dort „bisher nichts bekannt“. Der Mittelstreifen an der Washingtonallee sei von der Verwaltung mit einem Mineraliengemisch befestigt worden. „Bei diesem Streifen handelt es sich lediglich um eine missbräuchlich als Parkbereiche verwendete Grünfläche“, heißt es aus dem Bezirksamt. Sehr deutlich kritisiert das Bezirksamt Mitte den Umstand, dass auf diesen Flächen Lastwagen parken, obwohl höchstens 2,8 Tonnen schwere Fahrzeuge zugelassen sind. Man werde „im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten und Priorisierungen hier auch in Intervallen“ wieder auffüllen.

Umbau erst Ende 2019

In der Antwort des Bezirks Mitte heißt es: Die Haltestelle am Hermannstal werde im Zug der U4-Neubauarbeiten komplett umgebaut. Bis dahin werde keine Grundinstandsetzung erfolgen: „Bauunterhaltung wird das Revier jedoch in kleinem Maße durchführen, auch leichte Lunken beheben“. Dies gelte auch für die Haltestelle am Sandkamp. Erneuerungen und Grundinstandsetzungen seien Sache des LSBG, Unterhaltung erledige der Bezirk. Die Bauarbeiten für die U4 beginnen nach Auskunft der Hochbahn Ende 2019. Bis dahin werden die Bushaltestellen also nicht erneuert. Die Auskunft des Bezirks zum Bürgersteig an der Washingtonallee kommt einem bekannt vor: „Aufgrund der Großbäume und des zum Teil aggressiven Wurzelwachstums ist eine Anhebung der Wurzelteller oftmals nicht möglich.“ Es entstünde „eine zu große Längsneigung“. Deshalb würden „in derartigen Fällen“ die Platten herausgenommen und mit Glensanda, einem speziellen Kies, aufgefüllt. Wer sich im Bezirk Mitte auskennt, weiß, dass ein derartiges Verfahren kaum eine Ausnahme darstellt.
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