Das waren noch Zeiten in Hamburg!

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Vom Blohms Park blickt der Fotograf 1938 über die Horner Landstraße in Richtung Hamm Foto: Archiv der GW Horn

Geschichtswerkstatt zeigt Diavortrag zur Horner Landstraße

Hamburg. Aus heutiger Sicht war nichts los, doch die Horner Landstraße war schon lange vor der ersten urkundlichen Erwähnung des Stadtteils im Jahre 1306 eine „vielbefahrene“ Straße. Es gab damals nämlich im Hamburger Stadtbereich keine Brücke über die Elbe, so dass der gesamte Verkehr in Richtung Süden nach Osten bis hinter Lauenburg führte, wo es eine seichte Elbstelle gab, die man ohne Brücke oder Fähre überqueren konnte. Die Geschichtswerkstatt Horn lässt alte Zeiten mit einem 90-minütigen Lichtbildervortrag in wunderschönen Archivbildern wieder auferstehen.
Die reichen Hamburger Kaufleute erkannten schon bald, dass man mit den Billeauen ein hervorragendes Fleckchen für die sommerlichen Landhäuser gefunden hatte. So säumten - für damalige Zeiten - imposante Villen die Horner Landstraße, immer wieder unterbrochen von Gasthäusern. Diese waren teilweise weit über Hamburgs Grenzen hinaus bekannt, wie z.B. der Schinkenkrug mit seiner Blutegelbörse oder der „Letzte Heller“ mit dem größten Biergarten der Stadt.
Der große Garten bot bis zu 2.000 Besuchern Platz, die auch zahlreich aus der stinkenden Großstadt mit den Pferdeomnibussen und später der Straßenbahn direkt bis vor das Lokal fuhren. 1841 eröffnete der damalige Wirt Schardel Berg hier den ersten deutschen Zoologischen Garten, lange bevor Hagenbeck auf die Idee kam, exotische Tiere öffentlich auszustellen.
Der Vortrag erinnert an die Villen und Parks, das Wohnhaus der Freiheitskämpferin Anna Lühring, den ersten Laden von Fahrrad Pagels, den Verkaufstresen von Eisenwarenladen Mauer, das Straßenbahndepot, den Zoo und die ersten Industrieansiedlungen. (wb)

Die Zeitreise startet am Donnerstag, 24. April um 19 Uhr im Gemeindehaus der Martinskirche, Bei der Martinskirche 8. Eintritt: 4 Euro
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