Den Bunkerbrand bald vergessen

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Anfang September hatte das Wochenblatt über Nele und Anika berichtet Foto: kg/wb

Marckmannstraße: Fast alle Mieter zurückgekehrt. 14 Renovierungen bis Ende Oktober fertig

Rothenburgsort Knapp drei Monate nach dem Bunkerbrand in der Marckmannstraße in Rothenburgsort, ist für die meisten Anwohner die Welt wieder in Ordnung. Knapp 400 Bewohner der Häuserblöcke rund um den Bunker, der in Brand geraten war, mussten in der Nacht der Katastrophe ihre Wohnungen verlassen und standen im Schlafanzug auf der Straße. Das war am 4. August. „Bis heute ist der Großteil der Bewohner wieder in die Wohnungen zurückgekehrt“, bestätigt Clemens Thoma von der Frank-Gruppe, der Immobiliengesellschaft, die für die Vermietung und Betreuung der Wohnobjekte zuständig ist. Eine anstrengende Zeit liegt auch hinter den Mitarbeitern, denn vom ersten Tag des Unglücks an, war die Firma mit ihrem Team vor Ort und hat den Bewohnern in dieser Notlage geholfen. Am schlimmsten sei die Billhorner Kanalstraße 23 betroffen gewesen, so Thoma.
„Diese 14 Wohnungen mussten aufwändiger renoviert werden als alle anderen und können Ende dieses Monats höchstwahrscheinlich wieder bewohnt werden“. Gerade diese Katastrophe hat aber auch gezeigt, dass ein Stadtteil wie Rothenburgsort, dessen Bewohner sich oft ein wenig vom Bezirk vergessen fühlen, ein Viertel mit Charakter und vor allem mit engagierten Bürgern ist. Andreas Holznagel, Lehrer und Mieter in einer Wohnung, die nicht direkt vom Brand betroffen war, gehörte zu einem der ersten, die im Quartier aktiv wurden.
Holznagel organisierte eine spontane und gut funktionierende Nachbarschaftshilfe, bei der Kleidung, Nahrungsmittel und Hygieneartikel gespendet wurden. In der RothenBurg, dem Kulturzentrum des Stadtteils, wurde gemeinsam gekocht und ein Spielzimmer für die Kinder eröffnet. „Mütter haben sich hier zusammengefunden und gemeinsam gekocht“, erinnert Hermann Kleinert, der die Koch-Gruppe unterstützt hat.
„Wir sind so glücklich, endlich wieder in den eigenen vier Wänden schlafen zu können“, strahlten Anika und Nele, beim gemeinsamen Anwohnerfest im Sommer. Sie waren unter den ersten, die wieder zurück in ihre Wohnungen konnten. Viele Tage waren die Freundinnen zusammen mit anderen Betroffenen in einem großen Hotel direkt im Stadtteil untergebracht oder konnten bei Bekannten schlafen. Das Schlimmste sei die ganze Zeit über die Unsicherheit gewesen. „Wir wussten eben auch nicht, ob wir überhaupt je wieder in unsere Wohnungen zurück können und ob noch etwas von unseren Möbeln zu retten ist“. Das Leben auf Zeit im Hotel, das von der Frank-Gruppe organisiert wurde, und die große Hilfsbereitschaft aus dem Stadtteil hätten dann ermöglicht, das Leben „halbwegs normal weiterzuführen“, so Nele.
Aktuell gibt es in den bereits wieder bezogenen Wohnungen zwar immer noch viel aufzuräumen und sauberzumachen, doch es besteht jedoch keine Gesundheitsgefährdung mehr durch Stoffe, die durch den Brand verursacht worden waren. Für das richtige Putzen gab es Anweisungen: Alle Kleidungsstücke sollten noch einmal durchgewaschen und Oberflächen feucht abgewischt werden. (kg)
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