„Der größte Erfolg? Der Weltmädchentag“

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Schauspielerin Marie-Luise Marjan („Lindenstraße“) mit einem Patenkind in Paraguay Foto: Plan/Th. Raudies

Vorstandschef Bauch über 25 Jahre „Plan Deutschland“. Benefiz-Gala und Tag der offenen Tür

Barmbek. Von Hamburg aus Kindern in aller Welt eine bessere Zukunft geben: Das ist seit 25 Jahren die Aufgabe von Plan International Deutschland. Was 1989 mit einem kleinen Büro in Harvestehude begann, wo eine Handvoll Mitarbeiter auf Apfelsinenkisten statt auf Stühlen saß - , hat sich zu einer modern ausgestatteten Non-Profit-Organisation mit 130 Mitarbeitern entwickelt. Sie beherrschen 25 Fremdsprachen, darunter Amharisch, Arabisch, Chinesisch, Hindi, Portugiesisch, Suaheli und Urdu.
Das 25-jährige Bestehen feiert Plan Deutschland am 1. März mit einer Jubiläums-Benefizgala in der Fischauktionshalle. Plan-Patin und TV-Entertainerin Kim Fisher lässt mit Prominenten wie Vicky Leandros, Marion Kracht, Marie- Luise Marjan, Christine Neubauer, Ulrich Wickert sowie den Sportgrößen Matthias Steiner, Barbara Rittner und Charly Steeb die Geschichte Plans Revue passieren. Unter dem Jubiläumsmotto der Plan-Initiative „Kinder brauchen Fans!“ werden Erfolge und Ziele gezeigt.
Die Einnahmen der Spendengala fließen an das Plan-Mädchenfußball-Projekt in Brasilien. Im armen Nordosten des Landes sollen sich Mädchen dabei neu erleben, Teamgeist und Erfolge für sich entdecken. Außerdem gibt es am 1. März einen „Tag der offenen Tür“ in Barmbek, im „Haus der Philanthropie“, das im Sommer 2013 nach umfangreicher Renovierung wiedereröffnet wurde. Von 10 bis 16 Uhr werden dort die aktuellen Schwerpunkte von Plan in Vorträgen und an Infotischen vorgestellt. Das Wochenblatt sprach mit dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Werner Bauch.

WochenBlatt: Zum Geburtstag darf man sich was wünschen. Was wünschen Sie sich für Plan Deutschland?
Bauch: Gründer, Mitarbeiter, Förderer und Ehrenamtliche - sie alle sind in den letzten 25 Jahren zu einer großen Plan-Familie zusammengewachsen, die eines eint: der Wille, eine bessere Welt für Kinder zu schaffen. Mein größter Wunsch ist, dass diese Plan-Familie weiter solch eine gute Arbeit leistet und sich so positiv entwickelt wie in den letzten 25 Jahren.

WB: Was waren aus Ihrer Sicht der größte Erfolg und die bitterste Niederlage?
Bauch: Unser größter politischer Erfolg ist, dass die Vereinten Nationen vor zwei Jahren auf unsere Initiative hin den 11. Oktober zum Welt-Mädchentag ernannt haben. Dadurch gibt es endlich einen Aktionstag für die Belange von Mädchen. Das war unser großes Ziel. Plan International Deutschland macht sich seit 2003 dafür stark, dass Mädchen die gleichen Chancen bekommen wie Jungen.
Bittere Niederlagen gab es wirklich keine. Ich würde es nur begrüßen, wenn das großartige bürgerschaftliche Engagement von 300.000 Menschen, die sich für die Arbeit von Plan stark machen, auch von der Politik mehr wahrgenommen werden würde.

WB: Die Aktivitäten von Unicef oder Welthungerhilfe wirken manchmal präsenter. Auch wenn sie alle das Ziel vereint, zu helfen und die Aktionen vor Ort zählen - wären Sie mit Plan nicht auch gerne stärker öffentlich vertreten, durch mehr prominente Paten?
Bauch: Wir haben aus guten Gründen bisher auf aufwändige Werbekampagnen zur Erhöhung unseres Bekanntheitsgrades verzichtet. Natürlich wollen wir trotzdem so viele Menschen wie möglich dazu bewegen, unsere Arbeit zu unterstützen. Darin sind wir auch erfolgreich, denn wir haben eine Reihe prominenter Paten. Und wir freuen uns über jeden weiteren Prominenten, der sich für uns engagieren möchte.

WB: Sie haben mit dem Haus der Philanthropie seit Sommer 2013 wortwörtlich der Mitmenschlichkeit ein Heim geschaffen. Wird es schon gut besucht?
Bauch: Ja, das Haus wird gut genutzt. Höhepunkt war bisher eine Veranstaltung zum Thema Klimawandel mit dem Klimaforscher und Plan-Paten Arved Fuchs. Trotz des Sturms Xaver, der an diesem Tag über Hamburg fegte, kamen viele Besucher. Und wir haben noch einiges vor. Welternährung, Klimawandel und Gleichberechtigung werden die inhaltlichen Schwerpunkte für unsere Veranstaltungen 2014 sein.

WB: Stichwort Philanthropie - wer ist Ihr Vorbild in Sachen Einsatz, Hilfe und Mitmenschlichkeit?
Bauch: Ich bewundere Menschen, die sich unter schwierigsten Bedingungen für andere einsetzen. Die junge Nepalesin Urmila Chaudhary kämpft seit vielen Jahren dagegen, dass Mädchen in ihrem Land als „Kamalari“, Haussklavinnen, verkauft werden. Plan hilft ihr dabei, holt Mädchen zurück, unterstützt sie bei der Schulbildung oder der Gründung eines Kleinunternehmens. Urmila sorgt durch ihren Einsatz dafür, dass sich politisch in ihrem Land etwas ändert und dass diese menschenunwürdige Praxis geächtet wird. Frauen wie Urmila gibt es in all unseren 50 Programmländern. Sie sind wahre Heldinnen und Vorbilder. (sta)

Info:
Plan Deutschland ist eines von 22 nationalen Büros, die zu Plan International gehören. Von den insgesamt 1,4 Millionen Patenschaften in 50 Ländern weltweit werden allein 300.000 aus Deutschland unterstützt. Die Patenkinder sind Botschafter zwischen ihrer Region und den Paten, die durch ihre Spende von 28 Euro monatlich z.B. den Bau von Schulen oder die bessere Versorgung mit sauberem Wasser unterstützen. Von 116 Millionen Euro im Jahr 2013 flossen 80 Prozent direkt in die Programme.
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