Der kleinste Lärmschutz der Welt

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Junias Berndt, seit Oktober 2009 Anwohner der Stübenkoppel, mit seinem siebenjährigen Sohn Jan: Dieser kleine Palisadenzaun soll die Bewohner vor dem Lärm schützenFoto: zz

Anwohner der Kreisstraße 80 fühlen sich im Stich gelassen. Neues Gutachten

Von Jürgen Hartmann
Glinde. Manchmal dauert es lange, bis Behörden Entscheidungen fällen. Diese Erfahrungen machen auch Anwohner der Stübenkoppel seit Jahren.
Die kleine Straße liegt direkt am Rande der Kreisstraße 80
(K 80), die von der Autobahn 24 ins Reinbeker und Glinder Gewerbegebiet und dann weiter Richtung Lohbrügge führt. In den vergangenen Jahren sind Reinbek und Glinde erheblich gewachsen und zahlreiche Großunternehmen siedelten sich mit ihren Logistikzentren hier an. Auch die Anwohnerzahl stieg in beiden Städten. Das führte dazu, dass der Straßenverkehr auf der K 80 immer weiter zunahm. Nicht aber ein angemessener Lärmschutz. Diese Auffassung vertreten jedenfalls Anwohner der Stübenkoppel, die sich als Leitragenden dieser Entwicklung sehen. Ein diesbezüglicher Beschluss des Glinder Bauausschusses aus dem Jahre 2009 ist bis jetzt nicht umgesetzt. In diesen seit Jahren währenden Streit könnte Bewegung kommen. Ein Gutachten, von der Stadt in Auftrag gegeben und von der 2009 gegründeten Bürgerinitiative mit finanziert, das in Kürze fertiggestellt werden wird, soll Anwohnern und Stadt darüber Klarheit bringen, ob der zurzeit bestehende Lärmschutz ausreichend ist oder was getan werden muss, um ihn zu verbessern.

Wurden Neubaugebiete bevorzugt?

Durch den zunehmenden Verkehr ist es hier – insbesondere in den Verkehrsspitzen – so laut, dass die Gärten, die direkt an der K 80 grenzen, kaum als Ruhezonen genutzt werden können. Es gibt zwar als Palisaden hergestellte „Schallschutzwände“. Doch die sind zu niedrig, kaputt oder stark reparaturbedürftig und entsprechen nicht mehr den heutigen technischen Möglichkeiten.
Daher fordern die Anwohner, die sich in der Bürgerinitiative „Umweltschutz K 80“ zusammengeschlossen haben, seit vielen Jahren Lärmschutzmaßnahmen, die diesen Namen auch verdienen. „Gegenüber denjenigen, die in die Neubaugebiete „Olande“ und „Alte Wache“ gezogen sind, fühlen wir uns von der Stadt benachteiligt“, sagt Junias Berndt von der Bürgerinitiative.
„Denn“, so Berndt weiter „hier gibt es bereits von Beginn an einen guten Lärmschutz für die Anwohner, für uns allerdings – noch nicht“.
Gespräche mit Bürgermeister Rainhard Zug wurden immer wieder verschoben. Jetzt endlich finden sie statt.
Doch selbst wenn das Gutachten neue Lärmschutzmaßnahmen für notwendig erachtet, heißt dies noch lange nicht, dass diese auch kurzfristig in Angriff genommen werden können. Denn es gibt eine Besonderheit, die bisher kaum beachtet wurde: Die K 80 gehört zur Stadt Reinbek, die Straße Stübenkoppel
und die von der Stadt Glinde damals gebauten Lärmschutzwände gehören zu Glinde.
Ein Streit darüber, wer die neuen Lärmschutzwände oder die anderen Maßnahmen bezahlen muss, ist damit programmiert, zumal auch der Kreis Stormarn ein Wörtchen mitzureden hat, da es eine Kreisstraße ist.
„Wir alle hoffen, dass dieser Streit nicht auf unserem Rücken ausgetragen wird und die Politiker und Verwaltungsmitarbeiter einsehen, dass hier in unserem Sinne eine schnelle und gute Entscheidung getroffen und der Lärmschutz endlich so verbessert wird, dass wir unsere Häuser und Grundstücke wieder zur Entspannung und Erholung nutzen können. Wir bitten alle Parteien der neuen Glinder Stadtvertretung sich jetzt um uns zu kümmern und die Missstände hier zu beenden und sich erst danach um die Kosten zu streiten“, so Berndt.
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