Der Widerstand wächst

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Michael Fröhlich, einer der betroffenen Anlieger, vor den Gebäuden, in denen 69 asylsuchende und wohnungslose Menschen untergebracht werden sollen. Foto: Neschki

Anlieger der „Alten Schule“ organisieren sich

Von Mike Neschki
Billstedt. Der Streit um die Unterbringung von Asylanten und Wohnungslosen geht weiter. Rückblickend hieß es vor rund sieben Jahren, dass das Schulgelände in Kürze zum Bauland für Einzel- Reihen- und kleinere Mehrfamilienhäuser erklärt wird, um dann den Bürgern vor rund zwei Monaten mitzuteilen, dass Hamburg 1500 Asylsuchende und wohnungslose Menschen aufnehmen muss. Dabei wurde nicht nur über die stillgelegte Öjendorfer Schule nachgedacht, sondern gleich beschlossen, dass dort 69 von den 1500 Menschern untergebracht werden müssten.
Das gefühlte Desinteresse der Politik an Bürgermeinungen und das Bestimmen über die Köpfe der Betroffenen hinweg lassen sich Michael Fröhlich und weitere Anrainer der Alten Schule nicht gefallen. Vor dem Regionalausschuss und der Bezirksversammlung trugen sie ihren Unmut schon vor. Sie initiierten eine eigene Infoveranstaltung. „Und da bisher nichts weiter passiert ist und wir bis heute keine Reaktionen seitens der Bezirkspolitiker erkennen konnten, geht’s jetzt weiter“, erklärte Michael Fröhlich, Mitinitiator dieser Bürgerbewegung.
„Wir möchten aber nicht den Eindruck erwecken, dass wir etwas gegen asylsuchende und wohnungslose Menschen haben“, betonte er. „Wir wollen nur das realisiert wissen, was uns vor Jahren versprochen wurde. Denn einige der Anwohner haben nur deswegen hier in Billstedt neben der stillgelegten Schule gebaut.“ Auf die Frage, wie es denn jetzt weitergehe, erklärte Michael Fröhlich, dass die Anwohner lautstark ihre Meinung kundtun und sie sich mit allen legalen Mitteln dagen wehren würden.
„Das werden wir sehen. Auf alle Fälle werden wir Druck auf die Politik ausüben“, erklärte der pensionierte IT-Berater auf die Frage, ob sie denn nun eine Bürgerinitiative gründen werden, wie es dem Hamburger Abendblatt zu entnehmen war. Weiter erklärt er, dass es doch nicht sein könne, dass sich von den 104 Hamburger Stadtteilen nur 27 bereit erklären, asylsuchende und wohnungslose Menschen aufzunehmen. Wir finden sicher noch weitere Menschen in Bill-stedt, die sich uns anschließen werden. Fremdenfeindlichkeit aber werden wir nicht zulassen. Darauf können sich die Bürger Billstedts verlassen“, versicherte Michael Fröhlich weiter. Auf die Frage, was er denn von der Idee halte, die 1500 Menschen im Astra-Hochhaus (St. Pauli) unter zu bringen, wie es Michael Osterburg, Bezirkspolitiker der Grünen, kürzlich vorschlug, reagierte er ablehnend. (mn)
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2 Kommentare
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Erich Heeder aus Billstedt | 14.02.2013 | 10:18  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 18.02.2013 | 18:14  
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