Derby bleibt in Hamburg

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Die Horner Rennbahntribüne ist stets voll besetzt. Fotos: jae

Überraschende Wende im Rechtsstreit um die Ausschreibung der Pferdesportveranstaltung

Von Hans-Eckart Jaeger
Horn. Das Deutsche Galoppderby, das seit 1869 mit kriegsbedingten Ausnahmen ausschließlich auf der Rennbahn in Horn ausgetragen wird, bleibt in Hamburg. Das ist die überraschende Wende im Rechtsstreit zwischen dem Kölner Direktorium für Vollblut-Zucht und Rennen (DVR) und dem Hamburger Renn-Club (HRC).
DVR-Präsident Albrecht Woeste hat die umstrittene Ausschreibung des Deutschen Derbys ab dem Jahr 2013 widerrufen. Damit steht fest: Weder Iffezheim noch München oder andere Rennvereine dürfen sich, wie ursprünglich geplant, für die Ausrichtung des jährlichen Turf-Höhepunktes bewerben.
Wörtlich heißt es: „Nach einer Vielzahl von Gesprächen anlässlich der Baden-Badener Rennwoche haben die Mitglieder des Präsidiums den Eindruck gewonnen, dass viele Rennsportfreunde - trotz nicht optimaler Gegebenheiten in Hamburg-Horn - dem Hamburger Renn-Club (HRC) das Vertrauen schenken möchten. Das Präsidium hat im Interesse des inneren Friedens beschlossen, die Ausschreibung nicht fortzusetzen und zu widerrufen.“
„Das ist durchaus eine positive Nachricht, aber wir sind nicht nur begeistert“, sagte HRC-Präsident Eugen-Andreas Wahler einen Tag nach der Veröffentlichung. „Wir standen seit drei Tagen über DVR-Anwalt und Präsidiumsmitglied Jan-Anthony Vogel in engen Verhandlungen mit dem Direktorium und standen kurz vor einem außergerichtlichen Vergleich. Der hätte zur endgültigen Befriedung in dem laufenden Streit geführt.“
Anwalt und Notar Wahler, in rechtlichen Fragen bestens bewandert, glaubt, dass sich das DVR in Köln durch den vermeintlichen Rückzug eine Hintertür offen lassen will: „Das Direktorium ist nach wie vor rechthaberisch und will keine Befriedung. Die Frage, ob nach 2013 das Derby weiter in Hamburg stattfindet, will es sicherlich bei nächster Gelegenheit neu aufleben lassen.“
Die Hamburger, die wegen der umstrittenen Ausschreibung einen Antrag auf Einstweilige Verfügung gegen den DVR laufen haben, machen eine Bestandsgarantie für Hamburg geltend. „Es gibt einen Vertrag aus 2008, mit dem wir unsere Bilderrechte bis zum Jahr 2028 abgeben und das Derby mindestens bis dahin in Hamburg bleibt“, so Wahler. Er sieht in Andreas Tiedtke, dem Geschäftsführenden Vorstandsmitglied des Galopper-Direktoriums die treibende Kraft des Derbystreites: „Dieser Mann ist untragbar, er muss weg. Sein Vertrag läuft noch bis zum 20. September 2012.“
Wahler denkt an die geplante Doppelrennbahn für Traber und Galopper in Horn. „Die Stadt Hamburg, die für den Neubau zwischen 25 und 30 Millionen Euro beisteuern will, braucht Planungssicherheit.“
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