Derby in Gefahr!

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Rennclub-Präsident Eugen-Andreas Wahler (links) und Vizepräsident Albert Darboven kämpfen um das Deutsche Derby. Foto: Frank Sorge

Hamburger Rennclub bleibt aber optimistisch

Von Hans-Eckart Jaeger
Horn/Hamburg-Mitte. Hamburg verliert das Derby! Immer wieder in der 143 Jahre alten Historie des bedeutendsten Galopprennen in Deutschland machte dieses Gerücht in den vergangenen Jahren in Vollblutkreisen seine Runde. Stets jedoch konnte der Hamburger Renn-Club die Angriffe anderer Rennvereine abwehren. Doch jetzt droht aus Hamburger Sicht wirklich Gefahr. Wird das 144. Deutsche Derby im kommenden Jahr nicht auf der traditionsreichen Horner Rennbahn, sondern in einer anderen deutschen Stadt ausgetragen?
Allein bei diesem Gedanken steigt Eugen-Andreas Wahler auf die Barrikaden. Normalerweise bringt den Rechtsanwalt und Notar aus Bad Bevensen, der seit seiner Kindheit mit Vollblutpferden bestens vertraut ist, der später als Vielseitigkeits-, Spring- und Hindernisreiter erfolgreich war und der seit dem Jahr 2004 als Präsident des Hamburger Renn-Clubs (HRC) deutschlandweit anerkannt ist, nichts aus der Ruhe. Doch jetzt ist ihm der Kragen geplatzt. Das Derby nicht mehr in Hamburg? Das hält Wahler ebenso wie HRC-Vizepräsident Albert Darboven für ausgeschlossen. „Ohne mit uns Kontakt aufzunehmen oder zu informieren, ist das Direktorium für Vollblutzucht und Rennen vorgeprescht und hat alle Rennvereine aufgefordert, innerhalb kurzer Zeit zu erklären, ob man das Derby veranstalten möchte und bis zum 10. September alle entsprechenden Unterlagen einzureichen.“ In der Ausschreibung steht: „Jeder kann sich bewerben.“ Das Direktorium, das u.a. ein schlechtes Geläuf und zu geringes mediales Interesse kritisiert, will am 10. Oktober entscheiden. Dagegen laufen die Hamburger Verantwortlichen jetzt Sturm. Der Vorstand beschloss, mit juristischen Mitteln gegen die Attacke aus Köln vorzugehen. Eugen-Andreas Wahler sieht Hamburgs Felle noch nicht wegschwimmen: „Wir kämpfen, wir sind zuversichtlich, dass Hamburg das Deutsche Derby behält.“ Das sehen mehrere Rennvereine anders. In den Startboxen stehen Baden-Baden, München und Berlin-Hoppegarten. Eugen-Andreas Wahler zitiert gerne einen Spruch, den sein Vater vor vielen Jahren verbreitet hat: „Je edler die Pferde, je schwieriger die Besitzer.“ Offensichtlich eine Anspielung auf den Wittener Möbelkaufmann Manfred Ostermann. Der Züchter und Besitzer von schnellen Vollblütern ist Präsident der Besitzervereinigung des deutschen Galopprennsports und hat die mehrseitige Ausschreibung für alle Rennvereine unterzeichnet. Sollte Hamburg das Derby verlieren, wäre das Thema Doppelrennbahn für Traber und Galopper natürlich vom Tisch. Dem deutschen Rennsport gingen dann aber auch die knapp über zwei Millionen Euro Preisgelder, die Hamburg ausschüttet, für die Zukunft verloren. (jae)
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