Die malenden Frauen von Mümmelmannsberg

Anzeige
Die Künstlerinnen der Malgruppe „WIR“ haben ein tolles Atelier unter den Dächern des Stadtteils im 6. Stock Foto: Grell
 
Susanne Wernick malt die Altstadt Lüneburgs und fühlt sich in der Frauenmalgruppe sehr wohl Foto: Grell

Frauenmalgruppe „WIR“ hat unter dem Dach der Plattenbauten ein besonderes Atelier

Von Karen Grell
Mümmelmannsberg
Versteckt unter den Dächern der Hochhausreihen im Stadtteil Mümmelmannsberg liegt im sechsten Stock der Plattenbauten ein fantastisches Künstler-Atelier, das von der Frauenmalgruppe „WIR“ genutzt wird. Ausschließlich Damen sind hier am Werk, wenn es zwei Mal in der Woche an die eigenen Kunstwerke geht. Gegründet von Heidi Ziolkowski, Ingrid Ehmke und ein paar anderen Frauen, gibt es das Atelier jetzt schon seit 25 Jahren. Kunst studiert hat dabei keine der fast 30 weiblichen Mitglieder, die hier malerisch aktiv sind. Deshalb gab es professionelle Anleitung von dem Künstler Mike Holland, bei dem die ersten „WIR“-Frauen eine ganze Menge gelernt haben. Heute berät und hilft man sich gegenseitig oder probiert einfach die eigenen Ideen aus.

Frauen treffen sich am Sonnabend

Nicht immer sind alle Frauen da, wenn am Sonnabend ab 15 Uhr im Atelier mit Blick über ganz Hamburg die Lichter angeschaltet werden. „Mal kommen nur zehn, manches Mal auch mehr“, erklärt Heidi Ziolkowski, die weiß, dass die meisten Frauen in der Gruppe sind, weil sie „einfach nur gern malen“. Entstanden ist die Gruppe aus einem Kursus, der in der Elternschule stattgefunden hat und dann nicht mehr von der Behörde finanziert wurde. Die Saga hat im Anschluss die Räume auf dem Dach des Hochhauses, die schon von Beginn an als Atelierräume konzipiert waren, zur Verfügung gestellt. Seitdem wird dort fleißig gearbeitet, gemeinsam ausgestellt und jede Menge über Kunst, Farben und Techniken diskutiert.

Malen in der Gruppe macht Spaß

„In der Gruppe macht das Malen einfach viel mehr Spaß“, meint auch Susanne Wernick, die aus Bramfeld kommt, um hier Bilder der Lüneburger Altstadt auf die Leinwand zu bringen. Aquarelle, Ölgemälde, Radierungen, Skulpturen und Zeichnungen – im Atelier der Malgruppe „WIR“ scheinen sich die Farben beinahe zu überschlagen. Überall hängen bunte Kunstwerke, die durch die vielen verschiedenen Blickwinkel der Mitglieder so unterschiedlich und vielfältig sind.
Dabei macht jede das, was ihr am besten gefällt. Weder gibt es Vorgaben, noch bestimmte Richtlinien für das eigene Werk, das ganz individuell gestaltet werden kann. „Wir sind eine freie Gruppe“, betont Heidi Ziolkowski. Die jüngste Künstlerin der Gruppe ist 14 Jahre alt und kam auf Empfehlung der Klavierlehrerin einer Freundin, die Älteste ist auch mit 95 Jahren noch aktiv dabei. Besonders stolz sind die Künstlerinnen auf ein paar Werke, die in Großformat im Ortsamt, dem heutigen Bürgerbüro, hängen und in leuchtenden Farben den Stadtteil präsentieren. „Ich würde immer wieder hier in den Stadtteil ziehen“, betont Ingrid Ehmke, die gern im Viertel wohnt und auch die vielen künstlerischen Aktivitäten schätzt, wie die Kunst- und Kulturtage, die einmal im Jahr stattfinden. Platz für neue Damen hat die Gruppe „auf jeden Fall“. Man solle einfach anrufen und dann vorbeikommen und sich das Atelier einmal ansehen. Wer die grauen Fassaden der Hochhauskolosse nur von außen betrachtet, wird kaum vermuten, wie bunt es hinter den Mauern zugeht.

Frauenmalgruppe „WIR“, Kleine Holl 8, 6. Stock, Telefon 715 58 40 oder per E-Mail: ingrid.ehmke@gmx.de, Dienstag 19 bis 22 Uhr, Sonnabend ab 15 Uhr
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige