„Die Situation ist unerträglich“

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Ein Nachtlager in den frühen Morgenstunden an der Brücke zum Busbahnhof Foto: Erkalp/wb
 
David Erkalp (CDU) fordert mehr Kontrollen Foto: CDU

Nach Wochenblatt-Bericht zu Zuständen am U-Bahnhof Billstedt: Das sagen CDU, Grüne und SPD

Billstedt Die Situation rund um den Busbahnhof und die U-Bahnstation Billstedt ist kein Aushängeschild für den Stadtteil. Viele Menschen, die den Bahnhof nutzen und dort vorbei laufen, haben stets ein mulmiges Gefühl. Die Anlage hat mit Verwahrlosung zu kämpfen (das Wochenblatt berichtete). Die Politik bewertet die Situation als ernst. Während sich die CDU kämpferisch zeigt und die Situation als inakzeptabel einstuft, spricht die SPD von großstadttypischen Problemen. Die Grünen würden das Gebiet am liebsten durch Zwischennutzung gezielt beleben und besser beleuchten.
Im Oktober 2014 hat die CDU-Fraktion einen Antrag zur Beseitigung der Probleme durch das Bezirksamt im Regionalausschuss eingereicht. „Anfangs sah es so aus, als würde sich die Situation verbessern. Aktuell sind die Bedingungen insbesondere für Anwohner und Nutzer des Busbahnhofs inakzeptabel. Leider tut die Stadt wieder nichts, da kein Gefahrenpotential gegeben ist. Neben den Negativberichten sowie dem schlechten Ruf brauchen wir in Billstedt nicht noch ein Brennpunktthema, dass unseren schönen Stadtteil runter zieht und uns als den Schmuddel-Stadtteil zeigt“, sagt David Erkalp von der CDU. Er beobachtet die Situation schon seit Monaten. „Matratzen liegen dort herum sowie viele Tüten, Taschen und Koffer. Das lässt vermuten, dass diese Menschen, die dort nächtigen, keinen festen Wohnsitz haben und einfach mal so auf der Wiese ihr Quartier aufgeschlagen haben. Für Anwohner und Pendler ist die Situation nicht mehr zu ertragen. Wir müssen die Bedenken und Ängste der Bürger aufgreifen, verstehen und friedlich lösen.“ Seiner Meinung nach muss das Bezirksamt Mitarbeiter des Fachamtes Management des öffentlichen Raumes, das für Ordnungswidrigkeiten zuständig ist, verstärkt zu Kontrollen schicken und Bestandsaufnahmen durchführen. „Im zweiten Schritt muss den Menschen, die dort schlafen, erklärt werden, dass das Campen dort nicht erlaubt ist und dass man nicht ohne weiteres im Gebüsch oder entlang des Weges sein Geschäft erledigt. Man kann nicht einfach zur Tagesordnung übergehen und so tun, als sei das kein Problem. Dass es ein Problem ist, zeigen uns die Beschwerden der Bürger“, so Erkalp besorgt. Nicole Kistenbrügger, Grüne: „Die Problematik für Anwohner können auch wir nachvollziehen. Die konkrete Situation kann unserer Meinung nach durch eine Belebung der Straße/ des Platzes wesentlich entschärft werden. Eventuell könnte dies durch eine Zwischennutzung des Kulturpalastes während der Bauzeit, sowie einer helleren Beleuchtung und einer besseren Pflege der Begrünung unterstützt werden.“

SPD will Stadtumbau


Auch die SPD hat die Schieflage erkannt, spricht von allgemeinen Problemen in Ballungsräumen und möchte das Areal rund um den U-Bahnhof in ein Sanierungs- und Stadtumbaugebiet eingliedern. Kerstin Gröhn, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD in Billstedt: „Angsträume und punktuelle Vermüllungen sind Probleme, die in einer Großstadt leider nie ganz zu vermeiden sind. Wir nehmen die Beschwerden der Bürger hier sehr ernst und werden uns um eine Lösung bemühen, die nicht nur daraus besteht, Müll immer wieder wegzuräumen. Derzeit beabsichtigen wir beispielsweise, das Billstedter Zentrum als Sanierung- und Stadtumbaugebiet anzumelden. Der räumliche Umgrenzungsbereich ist zwar noch nicht klar, aber als Begleitmaßnahmen könnte ich mir vorstellen, dass man sich auch den Fußweg entlang der U-Bahn noch einmal anschaut, um ihm seinen dunklen, abgelegenen Charakter zu nehmen. Ansätze gab es auch in der Vergangenheit schon, nur konnte leider bislang nichts verwirklicht werden.“ Fakt ist, dass die Zustände weiterhin besorgniserregend sind. Jetzt steht die Politik im Wort und muss handeln. Das Wochenblatt bleibt am Thema dran. (ms)
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