Doppelt so viele Obdachlose wie 2009

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Obdachlose in Hamburg: Seit der letzten Zählung vor sieben Jahren hat ihre Zahl stark zugenommen Symbolfoto: thinkstock

Flüchtlings-Diskussion überlagert Problem der Wohnungslosen

Hamburg Angesichts der Diskussion über Flüchtlinge geraten Obdachlose in Hamburg schnell in Vergessenheit. Der Senat bringt auch sie in den öffentlich-rechtlichen Unterkünften unter. Seit der letzten Zählung vor sieben Jahren hat ihre Zahl stark zugenommen. Der Senat unterscheidet bei der Unterbringung von Flüchtlingen zwischen Zentralen Erstaufnahmen (ZEA) und Folgeunterbringung. Geht es auf Informationsveranstaltungen um Einrichtungen der zweiten Art, ist immer die Rede davon, dass dort neben Flüchtlingen auch Wohnungslose unterkommen können. Marcel Schweitzer, Sprecher der Sozialbehörde (BASFI), nennt dem Hamburger Wochenblatt Zahlen: Im Juli letzten Jahres lebten 2.605 Wohnungslose in Einrichtungen der öffentlich-rechtlichen Unterbringung, wie der Fachausdruck heißt, im Dezember waren es 2.982. Aber wie viele Obdachlose gibt es in Hamburg? Seit 2009, sagt Schweitzer, ist nicht mehr gezählt worden. „seinerzeit wurden rund 1.000 obdachlose Menschen in Hamburg ermittelt“. Schätzungen gingen davon aus, dass sich diese Zahl durch „erheblichen Zuzug von osteuropäischen EU-Inländern“ verdoppelt hat. Zur Erinnerung: Nach Staatsrat Jan Pörksen (ebenfalls BASFI) gab es Ende 2015 für die öffentlich-rechtliche Unterbringung 17.415 Plätze (zitiert nach einem Schreiben Pörksens an die Bezirksversammlung Mitte vom 19. Januar). Doch gibt es noch genauere Zahlen? Diakoniesprecher Steffen Becker verwies auf Anfrage aus einem Papier seines Hauses aus dem letzten Jahr. Das bestätigt die Angaben der BASFI: Die Zahl auf der Straße lebender Menschen habe sich „stark erhöht“; von 1.029 vor sechs Jahren auf heute etwa 2.000. Die Leute leben laut Diakonie auch in Kellern, in Zelten, Biwaks und auf Baustellen. Deutlich verschlechtert, so das damalige Papier, habe sich die Vermittlung ehemals Wohnungsloser in Wohnungen. Der Bezirk Mitte verwies auf Anfrage nach genaueren Zahlen seinerseits auf die BASFI. (fbt)
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7 Kommentare
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Kai Debus aus Alsterdorf | 15.03.2016 | 11:09  
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Rainer Stelling aus St. Georg | 16.03.2016 | 14:11  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 17.03.2016 | 18:20  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 17.03.2016 | 19:04  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 18.03.2016 | 08:35  
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Rainer Stelling aus St. Georg | 18.03.2016 | 12:25  
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Elke Noack aus Rahlstedt | 18.03.2016 | 13:47  
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