„Ein echter Traumjob“

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„Wir nehmen uns viel Zeit für die Paare. Was wir auf keinen Fall wollen, ist eine Massenabfertigung“, sind sich die Standesbeamtinnen Edith Krüger (li.) und Viktoria Kessler einig Foto: lan

Oststeinbeker Standesbeamtinnen verzeichnen Plus an Eheschließungen

Von Johanna Landeck
Oststeinbek
„Unsere wahre Aufgabe ist es, glücklich zu sein.“ Diesem weisen Zitat des Dalai Lama folgend, geben sich im Trausaal des Oststeinbeker Standesamtes jährlich rund 80 Paare das Ja-Wort. Begleitet werden die Liebenden dabei von drei Standesbeamtinnen. Und die finden: „Wenn man diese Arbeit mit Herz macht, dann ist das ein echter Traumjob.“
Insgesamt trauten sich im Jahr 2013 genau 77 Paare. Im Jahr danach waren es 73 Heiratswillige. Und 2015 werden es sogar noch einige Hochzeiten mehr. „Wir haben in diesem Jahr bereits 65 Ehen geschlossen“, berichtet Standesbeamtin Edith Krüger. „Mit den Anmeldungen, die uns aktuell für die zweite Jahreshälfte vorliegen, werden wir in diesem Jahr auf rund 100 Hochzeiten kommen.“ Grund für diesen Hochzeitsboom sei die Tatsache, dass es in Hamburg aktuell schwierig sei, noch freie Termine für Trauungen zu bekommen, so die Standesbeamtin. Daher würden viele Hamburger auf der Suche nach der perfekten Hochzeitslocation auch nach Oststeinbek ausweichen, das geografisch im Kreis Stormarn in Schleswig-Holstein liegt. Vor allem im November und Dezember sei erfahrungsgemäß ein regelrechter Anfragenschub zu erwarten. „Das sind dann die Kurzentschlossenen, die noch schnell in diesem Jahr heiraten wollen“, erläutert Krüger. Natürlich gebe es immer Paare, die ihr ganz besonders in Erinnerung bleiben: „Mit den Jahren entwickelt man ganz einfach ein Gespür dafür, welche Menschen besonders gut zusammenpassen.“
Bemerkenswert: Insgesamt heiraten in der Gemeinde rund 30 Paare jährlich nur für sich zu zweit, das heißt, ganz ohne Trauzeugen und Gäste. Wenn das geschieht, dann schlüpfen Edith Krüger, Viktoria Kessler und Martina Michaelis gleich in mehrere Rollen: Neben ihrem Job als Standesbeamtinnen übernehmen sie dann auch die Rolle der Fotografen. „Die meisten Paare, die sich zu solch einer sehr emotionalen Hochzeit entscheiden, wollen ganz einfach kein großes Tam-Tam, sondern möchten ihre Familien im Nachhinein mit der Eheschließung überraschen“, erklärt Kessler. Die 29-Jährige arbeitet seit 2012 als Standesbeamtin. Seitdem hat sie rund 300 Paare auf dem Weg in die Ehe begleitet. Und: „Alle diese Paare sind heute noch immer verheiratet.“ So individuell wie die Heiratswilligen selbst, sind auch ihre Hochzeiten. „Kürzlich habe ich einen Herrn getraut, der bereits 92 Jahre alt war“, erzählt Krüger. Auch eine Trauung, bei der sich das Paar den Soundtrack des Sci-Fiction-Klassikers Star Wars als Begleitmusik ausgesucht hatte, hat es in Oststeinbek schon gegeben, genauso wie eine Liveübertragung per Video zur kranken Oma ins Ausland und eine Braut, die vor Nervosität in Ohnmacht fiel.
Übrigens: Der typische Heiratswillige traut sich in Oststeinbek an einem Freitag im Juli oder August um Punkt 12 Uhr.
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