„Ein mittleres Erdbeben“

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Hier gehen bald die Lichter aus Fotos: Sichting/wb

Wie die geplante Schließung der Karstadt-Filiale im Billstedt-Center den Stadtteil schockiert

Hamburg. Ende Juni 2015 wird die Karstadt-Filiale im Billstedt-Center schließen. Rund 75 Mitarbeiter werden ihren Job verlieren. Bill-
stedt ist als einziger Standort in Norddeutschland von dem neuen Sanierungskonzept des Essener Konzerns betroffen. Bundesweit sollen insgesamt sechs Standorte dicht gemacht werden. Für die Billstedter ist die Schließung ein schwerer Schlag. Denn die Filiale ist für viele Menschen im Stadtteil mehr als nur ein Kaufhaus. Sie hat auch eine soziale Funktion. „Insbesondere das Karstadt-Restaurant ist für viele ältere Bürger ein Treffpunkt der Kommunikation und des guten Essens“, sagt David Erkalp, der Vorsitzende der CDU in Bill-
stedt. Die Schließung sei für den Stadtteil „ein mittleres Erdbeben“, weil Karstadt ein Fixpunkt sei, der auch Menschen aus den benachbarten Stadtteilen anziehe. Mit Karstadt verliere der Stadtteil einen der größeren Arbeitgeber. Erkalp, der auch Mitglied im Vorstand der Werbegemeinschaft im Billstedt-Center ist, wird sich an diesem Mittwoch mit seinen Vorstandkollegen über die Schließung beraten.
Für Kerstin Gröhn, regionalpolitische Sprecherin Billstedt der SPD-Fraktion, ist der Verlust eines weiteren Qualitätanbieters ein Signal in die falsche Richtung, für das sie auch den Center-Betreiber, die ECE, in der Verantwortung sieht. „Die jetzige Entwicklung schadet dem Stadtteil. Nach S.Oliver und Görtz jetzt Karstadt. Das Konzept von ECE für Billstedt gehört auf den Prüfstand. Eine schlichte Neuvermietung an weitere Discount-Anbieter darf nicht geschehen“, sagt Gröhn. Stattdessen müsse ECE positiv zu der Entwicklung „Stromaufwärts an Elbe und Bille“ (siehe Seite 11) beitragen, indem Räumlichkeiten für Stadtteilnutzungen geschaffen werden. Gröhn: „Edeka macht es auf St. Pauli in der alten Rindermarkthalle ja schon vor.“
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