Ein schöner Park sieht anders aus

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Der Hammer Park wirkt nicht gepflegt Fotos: Timm
 
Wenig einladend: Schaut man genauer hin, wird deutlich, dass hier etwas geschehen muss

Hammer Park in schlechtem Zustand. Regionalausschuss muss Arbeit wieder neu anmahnen

Von Frank Berno Timm

Hamm Was würde Gartenmeister Otto Linne, der die Pläne für den Hammer Park entworfen hat, zu seinem heutigen Zustand sagen? Fest steht: Der zuständige Regionalauschuss fordert die Fortsetzung der Park-Sanierung seit Dezember 2015. Jetzt wurde der Beschluss erneuert.

„Heckengesäumte Quartiere, wie sie sich in Resten erhalten haben, sind typisch für die Gartenarchitektur der Zeit um den ersten Weltkrieg“, steht auf einer Informationstafel am Parkeingang an der Caspar-Voght-Straße.
Sieht man nicht genauer hin, bestätigt sich dieser Eindruck zunächst. Andererseits ist offensichtlich, dass sich Graffiti-Sprüher die Grünanlage ausgeguckt haben – nicht nur das Toilettenhaus ist entsprechend verziert, auch eine große Mauer inmitten des Gartens ist beschmiert. Teile des Parks sind offensichtlich ungepflegt und vernachlässigt. Hier hält sich kaum einer auf. Zwischen den Pflastersteinen hervorbrechendes Grün, überquellende Beete, mindestens ein leeres Becken, ein völlig vergammeltes Schild.

Keine Eile geboten

Der Hammer Park steht unter Denkmalschutz, wie der offiziellen Liste der Kulturbehörde zu entnehmen ist. Schon vor der letzten Sitzung des zuständigen Regionalauschusses der Bezirksversammlung wandte sich Mitglied Kevin Hänel (CDU) an das Hamburger Wochenblatt. Hänel berichtet, am 8. Dezember vorigen Jahres habe der Regionalauschuss Hamm/Horn/Borgfelde/Rothenburgsort einen interfraktionellen Antrag beschlossen, der die Fortsetzung der Parksanierung anmahnt. Bis zum 10. Juni sei dazu keine Rückmeldung des zuständigen Fachamts eingegangen. Hänel hat darüber hinaus nach eigenen Angaben die Gremienbetreuung des Ausschusses mehrfach gebeten nachzuhaken, „wie denn der aktuelle Stand zu dem Prüfantrag sei“.
Zudem fragten immer wieder Bürger, wie es mit dem Park stehe – ohne Antwort aus dem Amt sei man wenig auskunftsfähig. Der Antrag selbst benennt exakt die Missstände, wie sie bis heute im Hammer Park bestehen.
Und dennoch wehrt sich Regionalbeauftragter Andre Gonska im Ausschuss. Er sehe nicht die Eile, sagt er, man habe doch alle Parks gemeinsam betrachten wollen. Nach seinen Worten hat es in dieser Sache bei ihm keinen Anruf aus dem Ausschuss gegeben. Und das Bezirksamt selbst? Sprecherin Sorina Weiland erläutert dem Hamburger Wochenblatt, eine Frist zur Umsetzung solcher Beschlüsse gebe es nicht: „Da mittlerweile in mehreren Ausschüssen Unmut über die scheinbare Nicht-Bearbeitung aufgekommen sei, haben wir mit betroffenen Fachämtern vereinbart, zukünftig einen besseren Informationsfluss zu gewährleisten“. Dies bedeute, dass zukünftig informiert werde, wenn mit einer Bearbeitung gerechnet werden könne.
Wenn man die Aufgaben „im Arbeitsstapel“ der Amtsmitarbeiter einsortiere, bedeute dies keineswegs, „dass Beschlüsse mit Vorsatz unbearbeitet bleiben und sie geraten durch wiederholtes Nachfragen der Gremienbetreuer bei den zuständigen Fachämtern nicht in Vergessenheit“. Hiervon seien alle Ausschüsse hin und wieder betroffen, aber alle Knoten lösten sich „in kürzeren oder längeren Abständen“.
Wie es mit dem Hammer Park weiter geht, muss die Verwaltung laut Beschluss in der nächsten Sitzung des Regionalausschusses im September erklären.
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