Einsatz für die Müllmanager an den Tonnen

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Vier Tonnen für die optimale Wertstofftrennung Foto: Stadtreinigung Hamburg

Saga und Stadtreinigung Hamburg kämpfen bei Vermietern und Mietern um korrekte Trennung

Billstedt Wie klappt es mit der Mülltrennung? Wohl eher zufällig gut oder zufällig schlecht. Das jedenfalls sagt der große Hamburger Vermieter, die Saga. Die Stadtreinigung hat bei „mittleren“ Vermietern Probleme, Tonnen für die Mülltrennung zu etablieren. Schon die Zubereitung einer einfachen Mahlzeit kann leicht zur Übung in Sachen Mülltrennung werden. Die Verpackung der Nudeln gehört in den gelben Sack. Die Zwiebelschalen und anderen Gemüsereste sind Biomüll, die leere Tomatenmarktube gilt ebenfalls als Verpackungsabfall. Und gibt es Kaffee zum Nachtisch, muss der Kaffeesatz aus der Espressomaschine auch in den Bioabfall befördert werden. Der kaputte Teller ist Restmüll, die leere Batterie Sonderabfall, die ausgetrunkene Weinflasche gehört in den Altglascontainer, der ausgemusterte Tisch muss von der Stadtreinigung als Sperrmüll abgeholt werden.
Unterhält man sich mit Reinhard Fiedler, dem Sprecher der Hamburger Stadtreinigung (SRH), wird schnell deutlich, dass die Mülltrennung in Hamburg nicht überall gleich gut funktioniert. Bei Einfamilienhäusern klappt es demnach gut, weil der Hausbesitzer „sofort einen Vorteil“ spürt – durch Mülltrennung werde der teure Restmüll weniger. In Wohnanlagen funktioniere dieser Anreiz nicht, fügt Fiedler hinzu. Dennoch ist die SRH Fiedler zufolge mit den großen Vermietern gut vorangekommen, Schwierigkeiten gebe es mit Eigentümern, die wenige Wohnungen oder Häuser hätten. Doch der SRH-Sprecher macht klar, dass sein Unternehmen das Recht hat, die Aufstellung der unterschiedlichen Mülltonnen zu erzwingen: Bislang hat die Stadtreinigung davon noch keinen Gebrauch gemacht. Etwas differenzierter sieht das Bild bei der Saga aus. Prokuristin Ulrike Jensen erläutert dem Hamburger Wochenblatt, es sei sehr unterschiedlich, wie gut Mülltrennung funktioniere: Wenn sich in einem Wohnquartier alle daran hielten, klappe es, wenn ein Mieter nicht mitmacht, richten sich andere auch danach. „Deswegen haben wir ein Müllmanagement installiert“, erläutert Prokuristin Jensen. Die Mitarbeiter der beauftragten Firmen sortierten den Müll nach, damit ließen sich die Restmüllmengen reduzieren. Die Einsparung diene zur Hälfte der Finanzierung der Müllmanager, die andere Hälfte käme den Mietern zugute. Die Manager kümmern sich an fünf von sieben Tagen um die Standplätze der Mülltonnen. Sie sortieren aber nicht nur den Müll nach, sondern sprechen auch Mieter an, die falsch entsorgen, erläutert Ulrike Jensen. Die Biotonnen allerdings können sie nicht behandeln: Das sei aus hygienischen Gründen nicht möglich und „echt ein Problem“. (fbt)

Weitere Infos: Stadtreinigung Hamburg
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1 Kommentar
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Erich Heeder aus Billstedt | 07.02.2016 | 09:10  
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