Elbmütter und -väter helfen Landsleuten

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Die neuen Elbmütter und -väter haben es geschafft und halten ihr Zertifikat in den Händen. Sie freuen sich helfen zu können Foto: Grell

In Hamburg helfen Menschen mit Migrationshintergrund anderen Geflüchteten. Neue Helfer erhalten Zertifikat

Rothenburgsort Wer gerade erst seit ein paar Monaten in Deutschland ist, noch nicht die Sprache beherrscht und manches Mal bei Behördengängen und Arztbesuchen ganz auf sich allein gestellt ist, freut sich über einen Menschen, der ihm zur Seite steht. Der Hamburger Caritas Verband hat deshalb das Stadtteilprojekt Elbmütter und Elbväter ins Leben gerufen, die sich um Geflüchtete und Migranten kümmern, die dringend Hilfe brauchen (das Wochenblatt berichtete). Oft sind das Menschen, die ähnliche Schicksale erfahren haben und sich deshalb gut in die Lage der Betroffenen hineinversetzen können.

Muttersprachler helfen


Rashid (27) ist erst vor knapp zwei Jahren von Syrien aus nach Hamburg geflüchtet und gehört heute zu den Elbvätern, die gerade nach einer dreimonatigen Schulung das Zertifikat der Caritas erhalten haben. Rashid ist froh darüber, in erst kurzer Zeit in Deutschland selber schon so viel erreicht zu haben. Er spricht gut Deutsch und hat sogar schon die Prüfung für eine Ausbildung als Erzieher absolviert. Aktuell wartet er auf eine hoffentlich positive Antwort. Als er gerade erst in Deutschland angekommen war, hätte er gut einen Menschen an seiner Seite gebrauchen können. „Ich war oft ganz allein“, so der junge Syrer. In den Kursen lernen die Teilnehmer alles über die Behörden, die Migranten aufsuchen müssen und sollen vor allem auch dabei helfen, sich in der neuen noch fremden Kultur zurechtzufinden. „Man braucht ja eine Weile, bis man die Sprache versteht und auch sprechen kann“, wissen Ann-Christin Röver und Inke Hansen, die das Konzept unterstützen. Auch Projektleiterin Regina Seyer war zur bereits vierten Vergabe der Zertifikate gekommen und freute sich, dass elf weitere Elbmütter und Väter hinzugekommen sind, die nun mit ihren eigenen Erfahrungen andere unterstützen können.

Bereits 28 Helfer ausgebildet


Insgesamt 28 Helfer zählt die Initiative nun bereits und neben arabisch und türkisch gibt es auch kurdisch-sprachige Unterstützer. Besonders positiv sei die Entwicklung bei den männlichen Helfern, die in den vergangenen Durchgängen immer mehr geworden seien. „Wenn es um einen Arztbesuch geht, dann ist es besser, wenn Männer zusammen in die Praxen gehen“, meint Ann-Christin Röver, die zum Organisationsteam gehört. Zwei Mal in der Woche finden die Unterrichtseinheiten für die Elbmütter und Elbväter statt, die von der Caritas in Zusammenarbeit mit dem Bezirk veranstaltet werden. Rashid hat es geschafft und hält das Zertifikat in den Händen. „Es ist einfach ein sehr schönes Gefühl, jetzt auch anderen helfen zu können“. (kg)

Kontakt zu den Elbmüttern: Inke Hansen, Telefon 609 432 920, i.hansen@caritas-hamburg.de; Ann-Christin Röver, Telefon 609 432 922, roever@caritas-hamburg.de. Weitere Infos: Elbmütter & Elbväter

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