Elisa: vhw will Abriss

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So könnte der Neubau nach den Plänen der vhw aussehen. Fotos: Röhe/hfr

Moderner Neubau mit 130 Wohnungen geplant

Von Matthias Röhe
Hamm. Es war ein monatelanger Kraftakt um ein historisches Gebäude-Ensemble. 52 Mieter auf der einen, die Vereinigte Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft (vhw) als Eigentümerin auf der anderen Seite. In fünf Runden Tischen diskutierten Mieter (als Mieterinitiative „Rettet Elisa“), Genossenschaft und Bezirkspolitiker über mögliche Alternativen für die Erhaltung der Gebäude im Curtiusweg 1-3, Am Elisabethgehölz 3-7 und dem Chapeaurougeweg 16-20 (wir berichteten). Schließlich zählt die Wohnanlage Elisa zu jenen Backsteinbauten, die von Experten zum kulturellen Erbe Hamburgs gezählt werden.
Mit durchschnittlich 50 Quadratmetern sind die 122 Wohnungen relativ klein und mit einer Miete von 4,50 Euro pro Quadratmeter günstig. Zurzeit wohnen noch 52 Mietparteien in dem Ensemble und kämpfen unermüdlich gegen einen Abriss. Jetzt der Entschluss der vhw: Die Gebäude sollen abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden – ohne das Ergebnis eines sechsten Runden Tisches abzuwarten.

Keine ausreichende Substanz

„Das ist keine Basis für konstruktive Gespräche“, sagt Michael Brackhahn von der Mieterinitiative. „Es gibt sehr wohl Möglichkeiten für den Erhalt. Wir plädieren schon lange dafür, die leerstehenden Wohnungen zu vermieten – das passiert seitens der Genossenschaft aber nicht“, ergänzt Brackhahn. Gerade bei Minusgraden sei die Kälte zu spüren, werde der Verfall der Wohnungen gefördert, heißt es von der Mieterinitiative. Die Wohnungsbaugenossenschaft hingegen argumentiert: In den vergangenen Monaten seien die bestehenden Gebäude umfassend auf ihren technischen Zustand untersucht worden. Insbesondere die Variante einer teilweisen Sanierung und eines teilweisen Abrisses mit Ersatzneubau sei untersucht worden. „Die Untersuchung betraf angesichts des kritischen Gebäudezustands vor allem die Statik, also die Tragfähigkeit des Mauerwerks. Die Fachingenieure attestierten dem Gebäudekomplex keine ausreichende Substanz für jedwede neue Lasten“, teilt Marco Hahn, Vorstand der vhw mit. In der Konsequenz bedeute dies, dass die vhw die Gebäude 2014 durch einen öffentlich geförderten Neubau ersetzen wird.
Das Bezirksamt Mitte bestätigt, dass es in den letzten Monaten einen Austausch zwischen der vhw und dem Bezirksamt gegeben hat. Am heutigen Mittwoch soll laut Mieterinitiative eine Informationsveranstaltung der vhw im Rauhen Haus stattfinden. (mr)
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