Eltern und Kinder sauer

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Ines Köhler mit Sohn Timm (10) und Anja Scheer mit Sohn Robin (10) sind empört über die Pläne des Schulsenators, den Schulstandort von Hamm ins Karolinenviertel zu verlegen.  Foto: Röhe

Senat plant Standort der Förderschule zu verlegen

Von Matthias Röhe
Hamm. „Es gibt für unsere Kinder keine Vorteile ins Karolinenviertel zu ziehen. Sie hätten dann keinen Werkraum, Schulküche, Musikraum und Schulgarten mehr“, sagt Ines Köhler vom Elternrat der Förderschule Pröbenweg. Die Mutter des zehnjährigen Timm setzt noch einen oben drauf: „Jahrelang haben wir um unsere neue Sporthalle hier in Hamm gekämpft. Jetzt sollen wir wieder eine stark renovierungsbedürftige Turnhalle nutzen.“ Lehrer, Eltern, Schüler verstehen die Welt nicht mehr. Hamburgs Schulsenator plant einen Wechsel des Schulstandorts vom Pröbenweg in die Laeiszstraße 12. „Viele Kinder wohnen in der Umgebung von Hamm, haben demnach einen kurzen Schulweg. Durch den Umzug würde es für die Kinder zu einem wesentlich längeren Schulweg kommen. Vor allem sind Kinder an der Schule, die ohnehin schon Probleme haben zum Pröbenweg zu kommen. „Wie sollen sie es ins Karolinenviertel schaffen“, fragt sich auch Anja Scheer, Mutter des zehnjährigen Robin. Auch sie ist erbost über die Pläne. „Umsonst gehen die Kinder nicht auf eine Förderschule. Sie sind dort, weil sie zum Teil massive Probleme haben, bedingt durch Krankheit psychischer oder körperlicher Natur“. Lange Schulwege entfremden und behindern eine offene Kommunikation zwischen Lehrern und Elternhaus und erschweren schließlich den Erziehungsauftrag.
Mit Telefonaten, Unterschriftenaktionen und lautstarken Protest sprechen sich die Eltern  entschieden gegen eine Verlagerung der Schule vom Stadtteil Hamm ins Karolinenviertel aus.
„Und wenn es nötig wird, werden wir für den Erhalt unserer Schule kämpfen“, sagt Ines Köhler. Auch die 25 Lehrer sind sichtlich sauer auf die Umzugspläne.
Dabei hat das Lehrerkollegium Sorgen genug. „Immer weniger Lehrer stehen für die Aufgaben der Schule zur Verfügung. Gerade hat die Schulbehörde die zusätzlichen Stellen für die Sprachförderung behinderter Kinder an Sonderschulen vollständig gestrichen.
Der Schule Pröbenweg droht der Abriss. Die Klassen sollen auf andere Schulen verteilt werden. Die vielen erfolgreichen Projekte können nicht fortgeführt werden“, macht Stefan Romey, Vorsitzender des Schulvereins der Förderschule Pröbenweg e.V. deutlich. „Noch steht nichts fest. Aufgrund sinkender Schülerzahlen können wir aber nicht jeden Standort erhalten lassen. Unser Vorschlag ist daher die Standortverlegung der Schule Pröbenweg in die Laeiszstraße 12. Ende Oktober wissen wir mehr, dann wird eine Entscheidung gefallen sein“, sagt Peter Albrecht, Sprecher der Schulbehörde. (mr)
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