Elternschule Horner Geest feiert Jubiläum

Anzeige
Züleiha Celebi und Marianne Dotzek (r.) vor dem großen Wandbild im Saal Foto: Christa Möller
 
Elternschule Horner Geest am Spliedtring 44 ihr 25-jähriges Bestehen Foto: Möller

Familientreffpunkt in Hamburg-Horn bietet trotz Abriss und Neubau Übergangsprogramm an

Von Christa Möller
Horn/Billstedt
Marianne Dotzek gehört quasi zum Inventar: Am 1. Oktober 1991 hat sie angefangen, in diesem Jahr feiert „ihre“ Elternschule Horner Geest am Spliedtring 44 ihr 25-jähriges Bestehen. Im Laufe der Jahre hat Marianne Dotzek einiges erlebt im Stadtteil: „Es hat Zeiten gegeben in den 1990iger-Jahren, da war hier richtig was los“, erinnert sie sich an „ghetto-ähnliche Zustände und 20.000 D-Mark Glasschaden – in einem Jahr“. Doch das ist längst Geschichte, der grüne Stadtteil Horn ist wieder l(i)ebenswert. Gerade feierten die Horner ihr 3. Nachbarschaftsfest gegen Gewalt und Drogen mit den Projekten Kiezläufer Horn und StoP Horner Geest. „Wir arbeiten kräftig daran, dass sich die Familien ihr eigenes Leben und den Stadtteil nicht schlecht reden“, beschreibt Marianne Dotzek ihren Einsatz mit Blick auf die Grundunzufriedenheit einiger Bürger. Wenn Eltern das Schöne nicht mehr wahrnehmen, habe das Folgen für die Kinder: „Wenn ich am Abendbrottisch sitze und über das Leben klage, dann wiederholen die Kinder diese Stimmung für sich, das erzeugt Aggressionen und die Kinder übertragen das in die Schule.“

Mit Mut und Optimismus


Mit positiver Energie arbeiten die Mitarbeiter der Elternschule dagegen an. „Ich strahle Optimismus aus, sonst kann ich gar nicht helfen“, weiß die Leiterin, die betont: „Probleme nehmen wir ernst, versuchen aber, mit positiver Kraft in dieses Gespräch zu gehen, Mut zu machen.“ Das sei wichtig, um etwas zu ändern, verweist sie beispielsweise auf das Thema häusliche Gewalt. Der erste Schritt sei, Familien dahin zu bringen, dass sie Hilfe annehmen können. Nicht nur dabei sind auch die Ehrenamtlichen und Aktiven in der Nachbarschaft gefragt, darunter Menschen, die selbst Krisen erlebt haben. Mit Blick auf viele andere Einrichtungen und Projekte im Stadtteil betont die Leiterin: „Wir arbeiten sehr gut präventiv zusammen.“ Das Herbst-Programm der Elternschule ist gerade angelaufen. Allerdings soll das Gebäude am Spliedtring einem Neubau für eine Kindertagesstätte mit Krippe der Elbkinder weichen, deren Mieter die Elternschule dann wird. Bis zum Abriss bleibt die Elternschule am Spliedtring 44 aktiv, danach wird sie ein Übergangsprogramm anbieten – sehr zur Freude der rund 200 Nutzer, die die Elternschule wöchentlich besuchen. Marianne Dotzek und Kollegin Züleyha Celebi, Projektkoordinatorin von STOP Stadtteile ohne Partnergewalt, freuen sich schon auf schöne helle Räumlichkeiten mit multifunktionaler Aufteilung im zweiten Stock des Neubaus an derselben Adresse –) wenn sie auch auf etwas kleinerer Fläche mit etwas weniger Lagemöglichkeiten weitermachen werden. Die Bauplanung mit dem Träger Elbkinder Vereinigung Hamburger Kitas zusammen mit dem Bezirksamt Hamburg-Mitte sei aus Sicht der Elternschule abgeschlossen, sie hoffen nun, dass Abriss und Neubau im Frühjahr 2017 starten. Da es bis zur Fertigstellung noch dauern kann, ist die gute Vernetzung der Elternschule im Stadtteil diesmal in eigener Sache hilfreich, denn bis dahin wird es ein Übergangsbüro nur fünfzig Meter weiter längs geben und die Angebote der Elternschule werden übergangsweise in Jugendzentrum, Bürgerhaus und Kinder- und Familienhilfezentrum (Kifaz) stattfinden und somit im Stadtteil bleiben. „Wir lassen niemand in der Luft hängen“, sagt Marianne Dotzek, die den Umzug seit zwei Jahren vorausschauend im Blick hat, und denkt dabei etwa an Mütterberatung und Sprachförderung. Einziger Wer­muts­trop­fen: Das große Wandbild im Saal kann nicht mit umziehen – doch das ist sicher eine Anregung zu neuen Taten für die kreative Marianne Dotzek, die das Dschungelbild in der Anfangsphase der Elternschule gemalt hat. Die Elternschule ist eine offene Einrichtung für Familien, die von der Stadt finanziert und von der Saga unterstützt wird. Viele Eltern werden beim Umzug helfen, der vom Bezirksamt Mitte und vor allem der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration finanziert wird.

Übrigens: Wer Lust hat, sich in die Stadtteilarbeit einzubringen, kann im Quartiersbeirat aktiv werden. Gerade läuft die Planung zum Beteiligungsverfahren für den Bau der neuen U-Bahnlinie an. Interessierte erfahren näheres bei Marion Dotzek, Telefon 653 13 82.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige