Eng, enger, Hamburger Feuerwehr

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Einsatzkräfte aus Kirchsteinbek haben kaum Platz. Diskussion um WachenEinsatzkräfte aus Kirchsteinbek haben kaum Platz. Diskussion um Wachen

Von Marco Thielcke
Hamburg. 80, 60, sieben – das sind nicht die Maße des neuesten iPhones in Millimetern. 80, 60, sieben sind die Maße, die den 25 Freiwilligen Feuerwehrleuten aus Kirchsteinbek in ihrer Wache am Brockhausweg zur Verfügung stehen – in Zentimetern. Sieben Zentimeter Luft nach oben, 60 Zentimeter Platz bleiben vor und hinter den Fahrzeugen. Rechts neben den Löschfahrzeugen haben die Feuerwehrleute 80 Zentimeter Platz, um die Brandschutzanzüge anzulegen.

„Wir verlieren bei jedem Einsatz rund 30 Sekunden, weil wir erst die Fahrzeuge aus der Halle fahren müssen, damit wir mehr Platz haben.“ Harald Wegner, Wehrführer aus Kirchsteinbek

„Wir verlieren bei jedem Einsatz rund 30 Sekunden, weil wir erst die Fahrzeuge aus der Halle fahren müssen, damit wir mehr Platz haben“, sagt Harald Wegner, Wehrführer der Freiwilligen aus Kirchsteinbek. Diese Enge bekam auch Andreas Dressel, SPD-Fraktionsvorsitzender in der Hamburgischen Bürgerschaft, zu spüren, als er auf der SPD-Sommertour in Billstedt an der Wache Halt machte. Zusammen mit seiner Billstedter Fraktionskollegin Hildegard Jürgens warf Dressel einen Blick in die kleinen, alten Räume der Wehr. „Man kann sich kaum vorstellen, wie es hier bei einem Einsatz aussieht“, sagt Dressel.
Das Problem ist der Feuerwehr Hamburg seit Jahrzehnten bekannt. Was die Ehrenamtler aus Billstedt besonders ärgert: Obwohl die Wache am Brockhausweg schon
2012 auf einer internen Mängelliste der Freiwilligen Feuerwehren in Hamburg an erster Stelle stand, würden andere Wehren bei Investitionen
immer wieder vorgezogen. Zuletzt bekam die Freiwillige Feuerwehr in Berne
700.000 Euro, obwohl die Wache in Wandsbek auf der sogenannten Ampel-Liste sechs Plätze weiter unten steht. Die Gelder werden von der Landesbereichsführung der Feuerwehr verteilt. André Wronski ist Leiter der Bereichsführung. Er erläutert: „Die Ampel-Liste ist ausdrücklich keine
Prioritätenliste. Ausschlaggebend für die Auftragsverteilung sind abschließende Entwurfs- beziehungsweise Ausführungsplanungen, Baugenehmigungen und unaufschiebbare Bedarfe.“ Laut Wronski gibt es für die Freiwillige Feuerwehr in Kirchsteinbek noch keine abschließenden Pläne, auch sei die Standortfrage für den Neubau noch nicht geklärt.

Neues Grundstück gefunden

„Alles hausgemacht“, sagt dagegen Wehrführer Harald Wegner. Er habe der Landesbereichsführung schon vor Monaten einen neuen Standort genannt. Die Lösung scheint demnach nicht weit weg zu liegen. Nur 150 Meter weiter steht die Gärtnerei von Dirk Reimann. Der 48-Jährige ist Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr und schon seit 31 Jahren aktiv. Er würde einen Teil seines Grundstücks langfristig an die Feuerwehr verpachten. (mt)
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1 Kommentar
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André Wendt aus Rotherbaum | 28.08.2014 | 15:17  
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