Es wird ein echter Palast!

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Nach achtjähriger Planungszeit starten die Arbeiten für den Erweiterungsbau am Kulturpalast Montage: Kulturpalast
 
Der Neubau als Kuchen. Milena Wagner nahm den Palast-Kuchen nach dem Spatenstich auseinander, um ihn den Gästen zum Kaffee zu reichen Foto: wb

Kulturpalast wird für acht Millionen Euro erweitert. Bürgermeister beim Baustart

Von Martin Jenssen
Billstedt
Dicke Regenwolken hingen über dem Hamburger Osten. Und so sah es zunächst aus wie ein finsteres Drama. Die Billstedter und ihre Gäste blickten traurig aus dem trockenen Festzelt auf die Bühne im Hof des Kultur Palastes. Eine der wichtigsten Veranstaltungen des Jahres drohte, in Hagel und Regen zu versinken. Doch dann, kurz nach der Ansprache von Bürgermeister Olaf Scholz, klarte es auf. Die Sonne kam heraus. Alle konnten wieder lächeln. Dazu haben sie auch allen Grund. Mit ihrem Kultur Palast Hamburg (KPH) besitzen sie eines der spannendsten kulturellen Zentren von Hamburg. Und nun wird es noch größer, noch schöner und noch moderner. Das kulturelle Zentrum wird um 2200 Quadratmeter vergrößert.

Kita auf Dach-Etage


Jetzt wird es wirklich ein „Palast“, der diesen Namen auch verdient. In der vergangenen Woche wurde symbolisch der erste Spatenstich für den Neubau vollzogen. Zahlreiche bekannte Persönlichkeiten aus Politik und Kultur waren dafür nach Billstedt gekommen
In den kommenden eineinhalb Jahren werden auf dem Gelände vom Kultur Palast Hamburg am Öjendorfer Weg 30a ein Veranstaltungsraum für 500 Gäste, Probe- und Tanzstudios für die HipHop Academy, eine Lehmwerkstatt sowie Büro- und Besprechungsräume entstehen. Eine Kindertagesstätte wird auf der Dachetage des Gebäudekomplexes einziehen. Schon Ende Oktober 2016 sollen die neuen Räumlichkeiten bezogen werden. Die Baukosten werden rund acht Millionen Euro betragen.

Erfolgsgeschichte KPH


Hausherrin Dörte Inselmann erinnerte in ihrer Ansprache an die bescheidenen Anfänge des Kultur Palastes vor 35 Jahren. Im April 1980 startete die Erfolgsgeschichte in einem kleinen Laden, nur 70 Quadratmeter groß. Es gab keine Heizung und keinen Strom. Inzwischen finden im Kultur Palast jährlich rund 300 Veranstaltungen statt und es gibt 430 Möglichkeiten, sich kulturell weiter zu bilden.

„Über 2800 Kinder und Jugendliche werden vom Kultur Palast gefördert.“ Dörte Inselmann

Außerdem werden 40 freie Kulturgruppen und Arbeitskreise unterstützt. Intendantin Dörte Inselmann: „Über 2800 Kinder und Jugendliche werden vom Kultur Palast gefördert.“ Die rund 600 „Studenten“ der HipHop Academy haben zudem Billstedt und den Kultur Palast Hamburg weit über die Grenzen der Hansestadt hinaus bekannt gemacht. Das griff Bürgermeister Olaf Scholz in seiner Ansprache auf. Er schwärmte: „Inzwischen kennt man den Kultur Palast Hamburg in Stade wie in Dortmund, in Moskau und Mumbai, in Shanghai ebenso wie in Straßburg. Die Erfolge zeigen, wie wichtig es ist, dass wir bestmögliche Bedingungen schaffen und an Kultur nicht sparen.“
Vor dem Hintergrund, dass weit über 50 Prozent der Billstedter einen Migrationshintergrund haben, erklärte der Bürgermeister weiter: „In Billstedt trifft sich die Welt – und der Kultur Palast stellt sich den Herausforderungen des Stadtteils. Er hat den Ruf, das Unmögliche zu schaffen. Dadurch werden dort immer wieder neue Projekte entwickelt, die Modellcharakter haben.“

Wetten, dass...


Bezirksamtsleiter Andy Grote erklärte in seiner Ansprache: „Der Kultur Palast ist das kulturelle Herzstück des Bezirks. Der Neubau ist ein optimistisches und selbstbewusstes Projekt. Es wird Billstedt neues Vertrauen in die eigenen Stärken geben.“ Bauunternehmer Stefan Wulff, selbst ein Förderer des Projekts, versprach, den Zeitplan bei dem Neubau einzuhalten. Ehrgeiziges Ziel: „Der Kultur Palast soll schneller fertig sein, als die Elbphilharmonie.“ (Bauende 2017). Darauf laufen bereits viele Wetten in Billstedt – und für die Gewinner gibt es tolle Preise zu gewinnen. Das Preisausschreiben läuft noch bis zum Richtfest. Nähere Informationen im KPH am Öjendorfer Weg 30a.

Chronik zum Erweiterungsbau der Stiftung Kultur Palast Hamburg:

2006 Erste Planungsgrundlagen Erweiterungsbau
2008 Aufnahme als Schlüsselprojekt in die integrierte Stadtteilentwicklung
2009 Erster Bau-Vorbescheid
2010 Bürgerschaft SIP Mittel durch Initiative durch David Erkalp
2010 Zusage durch Bezirksamtsleiter Schreiber von zusätzlichen Million durch RISE Mittel in Abstimmung mit Dr. Prömmel, Frau Vorkoeper aus der BSU und Herrn Mathe
2010 Start der Kachelkampagne
2011 Zusage von Mitteln aus dem Innovationsfond der Senatskanzlei Zusage durch Kulturbehörde von zusätzlichen Mitteln
2013 Zuwendungsbescheid weitere Planung Ende 2013 Kostenrechnung weist erhöhte Baukosten von ca. 2 Millionen auf, Planungsstop
2014 Januar - September: Ringen ums Bauvorhaben, diverse Gespräche mit
BSU, Senatskanzlei, KB, Bundestagsabgeordneten, Bürgerschaft, Bezirk,
Förderern, Sponsoren…
2014 September-Oktober Mittel für weitere Planung werden bereitgestellt.
2014 Dezember Bewilligung restlicher Mittel für das Bauvorhaben aus dem Sanierungsfond
2014 Dezember - Februar 2015 EU Ausschreibung
2015 Februar Abschluss Erbbaurechtsvertrag
Mai Erhalt Zuwendungsbescheid Erweiterungsbau Baustellen-Einrichtung
Juni Aufstellen Container Maukestieg
Ende Juni Erster Abriss von Altbauten
31.Oktober 2016 Bau-Fertigstellung
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