Familienfest zum Jubiläum in Hamburg

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Zum Spiel- und Spaßfest lädt der Verband für kommenden Sonntag auf das Jugendherbergsgelände in Horn ein Foto: wb
 
Angela Braasch-Eggert (Vorsitzende DJH Nordmark), Helmut Reichmann (Geschäftsführer DJH Nordmark, M.) und Dr. Josef Schmid (Forschungsstelle für Zeitgeschichte)

100 Jahre Jugendherbergsverband Nordmark. Rennbahn-Spielfest in Horn

Von Klaus Schlichtmann
Hamburg. Es ist ein rundes Jubiläum: Der „Deutsche Jugendherbergs-Verband Nordmark“ feiert seinen 100. Geburtstag!
Alles begann 1914 mit einem Aufruf des „Provinzialverbandes zur Gründung und Unterhaltung von Jugendherbergen für Schleswig-Holstein“ - initiiert durch den Lehrer und späteren Jugendamtsleiter Oskar Lorenzen und 26 Mitstreitern. Erklärtes Ziel war es, „durch mehrtägige, billige Wanderungen das leibliche und sittliche Gedeihen des heranwachsenden Geschlechtes zur Hebung der Volksgesundheit und sittlichen Volkskraft zu fördern“ sowie „durch Weckung der Liebe zur Heimat und zum Vaterlande das deutsche Nationalgefühl zu kräftigen“.

Image entstaubt

So verstaubt-antiquiert wie der Gründungstext waren dann ein paar Jahre später auch die ersten Herbergen - damals noch nicht in der Trägerschaft des DJH. Oft einfache Holzbaracken mit stickigen Schlafsälen - natürlich Jungen und Mädchen streng getrennt. Auch ausgebaute Dachböden kirchlicher Einrichtungen und - wie in Lauenburg - schlichte Anbauten, ausgerechnet an Wirtshäusern, prägten für viele Jahre das eher muffig-asketische Image der Jugendherbergen: Schlafen auf Strohsäcken, als Standard-Getränk Hagebutten-Tee. 20 bis 30 Pfennig kostete damals eine Übernachtung pro Person, 60 bis 70 Pfennig zahlte man für „zusammen gekochtes Essen“ und 10 Pfennig für einen Magerkaffee. Nicht selten herrschte Schlafsack-Zwang.
Mit der Einweihung der ersten eigenen Jugendherberge 1925 in Büsum änderte sich das biedere, puritanische Image ganz allmählich. Noch im gleichen Jahr kommt ein Neubau in Travemünde hinzu. Eutin, Plön und Geesthacht folgen bis 1929.
Eine der ersten Jugendherbergen in Hamburg entstand 1948 in der Martinistraße in Eppendorf – schlichte Holzbaracken, die aber bereits nach zwei Jahren der UKE-Erweiterung weichen mussten. Die erste „richtige“ Jugendherberge Hamburgs wurde 1953 an prominenter Stelle auf dem Stintfang hoch über dem Hafen eröffnet - ein moderner, großzügiger Neubau mit hellen Räumen, später auch mit Cafeteria, Einzel- sowie Familienzimmern. Und wie in allen 47 heutigen Herbergen im Verband Nordmark zwischen Nord- und Ostsee, zwischen Sylt, der Nordheide und den Lauenburgischen Seen gibt es auch auf dem Stintfang ebenso wie in Horn (1964 am Rande der Horner Rennbahn eröffnet) ein Freizeitangebot.
Das umfangreiche DJH-Archiv mit historischen Fotos, alten Gästebüchern und zahlreichen Publikationen und Zeitungsausschnitten – bislang in der Horner Herberge eingelagert – ist nun von der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg (FZH) übernommen worden. „Ein wahrer Schatz“, freute sich Archivleiterin Angelika Voss-Louis bei einer kleinen Feierstunde in der wissenschaftlichen Einrichtung am Schlump.

Alte Dokumente gesucht

Wer noch alte „Herbergs-Fundstücke“ (Fotos, Dokumente, Gäste-Kommentare etc.) besitzt und diese zur Verfügung stellen möchte, melde sich bei der DJH-Verwaltung (Tel. 6559950) oder beim FZH (Tel. 4313970) .

Zum 100. Geburtstag veranstaltet der DJH am Sonntag, 27. Juli, 13-17 Uhr ein „Rennbahn-Spielefest“, Jugendherberge Horn, Rennbahn-straße 100.
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