Fastenzeit: Auf was verzichten Hamburger?

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Meret Steen (47), Künstlerin aus St. Georg: Ich beteilige mich nicht an der kirchlichen Fastenzeit, denn Fasten ist für mich gewissermaßen ein Prozess, sich im alltäglichen Leben bewusst zu verhalten, immer wieder neu zu reflektieren und Klarheit zu gewinnen. Wer frei ist, eröffnet sich wie beim Fasten eine innere Einkehr und damit ist eine ständige Selbstschulung verbunden Foto: kg

Während der sieben Wochen heißt es, sich von Gewohntem zu lösen. Verzicht ist individuelle Entscheidung

Von Karen Grell
Hamburg
Am Aschermittwoch (1. März) begann die Fastenzeit und dauert noch bis Ostern an. In diesen sieben Wochen wollen viele Menschen auf einen wichtigen Bestandteil ihres Alltags komplett verzichten. Dabei dreht sich der Verzicht aber nicht nur um Essen, viele mäßigen in der Fastenzeit ihren Alkoholkonsum oder geben das Rauchen gleich ganz auf. Auch Handy-Konsum steht auf der Verzichtsliste weit oben. Für die Billstedterin Gerda Heinson ist immer Fastenzeit. Die 59-Jährige findet, dass man nicht nur bis Ostern, sondern auch danach bewusster leben sollte. Andere bemerken in dieser Zeit auch, dass sie einigen Angewohnheiten auch wieder ganz entsagen können. Anna und Janina (15) wollen versuchen eine Zeitlang nicht auf ihr Handy zu schauen, sieben Wochen soll diese Phase allerdings nicht dauern. „Wir wollen sieben Stunden versuchen“, lacht Janina, die normalerweise spätestens alle sieben Minuten die neusten Nachrichten auf dem kleinen Bildschirm ihres Smartphones checkt. Dabei hätten wir durch den Verzicht auf das Smartphone endlich wieder Zeit für die schönen Dinge. laut aktuellen Statistiken schauen wir durchschnittlich 88 Mal am Tag aufs Handy. So kommen drei Stunden zusammen.

Konsum-Stress

„Verzicht bedeutet in der Zeit, in der die meisten zu allem relativ schnell Zugriff haben aber auch ein zurück zur Bescheidenheit“, meint Gerda Heinson (59) die keine Befürworterin des Dauerkonsums ist. Coffee to go, schnell ein Stück Pizza auf die Hand, oder die China-Box, die im Gehen gegessen wird, seien zwar angebliche Helfer, die dem stressigen Alltag entgegenkommen sollen, „machen das Leben aber auch ungemütlich und wenig kommunikativ“, findet Heinson.
Viele der Befragten zum Thema Fastenzeit ändern in diesen sieben Wochen eigentlich gar nichts, weil sie schon bewusst leben.
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