Freizeit auf der Rennbahn

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Gerdi Omilian aus Horn (o. re.) und ihre außerhalb Hmburgs lebende Schwester führen auf dem Gelände der Horner Rennbahn gern ihre Hunde aus.

Ein Mal im Jahr Schauplatz des Deutschen Derbys – sonst Freizeitpark

Horn. Die Bahn – das Derby – ist nicht aus dem Stadtteil wegzudenken. Seit 1855 konkurrierten hier die Jockeys und die Rennstallbesitzer. Schon vor dem ersten Weltkrieg baute man die Bahn um und aus. Bis heute findet das Deutsche Galopp-Derby einmal im Jahr auf der Horner Rennbahn statt. Gerdi Omilian, die in der Nähe wohnt, schätzt das jährliche Ereignis: „Das Derby hat Tradition.“ Das könnte bald Geschichte sein: München hat sich als Standort beworben und könnte der Horner Rennbahn im Jahr 2013 den Rang ablaufen. Omilian findet: „Wir müssen das Derby erhalten.“ Ein schmerzlicher Verlust droht.
Antje Zeisberg aus Wandsbek sieht das Problem eher woanders: „Fantasielosigkeit bei der Finanzierung schadet der Rennbahn.“ Vernachlässigung könnte man es auch nennen: Die Gebäude auf dem Gelände verlieren zumindest optisch an Reiz. Das könnte in Zukunft dazu führen, dass noch weniger Menschen die Bahn zum Entspannen nutzen. Denn viele sind es schon jetzt nicht. Dabei lässt sich hier wunderbar picknicken und Minigolf oder Basketball spielen. Sogar einen See findet, wer in die Mitte des Geländes vordringt, abseits des lauten und hektischen Verkehrs. Eine verkannte Idylle vor der Haustür. Eine Hundebesitzerin sagt. „Etwas besseres für Hunde gibt es nicht. Aber der Park wird eigentlich überhaupt nicht genutzt.“ Am Wochenende besuchen nur wenige Menschen die weitläufigen Wiesen, sonst lässt sich nur eine Handvoll Hundehalter blicken.
An vielen Tagen ist das Feld leer. So hat der Kampf um das Blaue Band auch sein Gutes: Die mediale Beachtung zeigt, wie wertvoll die Bahn nicht nur wegen Pferdewetten ist, sondern auch ganz einfach als Erholungsort. Zeisbergs Kommentar: „Ich drücke die Daumen, dass das Derby bleibt.“ (vk)
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