Für Demenz sensibilisieren

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Sozialpädagoge Kai Schiffer und Demenzbotschafterin Susanne Fink-Knodel ermutigen Betroffene und Angehörige im MGH, weiterhin am sozialen Leben teilzunehmenFoto: Mona Kampe

Neue Angebote im Mehrgenerationenhaus

Von Mona Kampe
Hamburg. Demenz ist noch immer ein Tabuthema, obwohl die Krankheit immer mehr in den Fokus der alternden Gesellschaft rückt. Das Mehrgenerationenhaus, kurz MGH, wagt sich mit neuen, beratenden Angeboten an eine Sensibilisierung für Demenz im Stadtteil und der Nachbarschaft.
Wo habe ich meine Schlüssel hingelegt? Habe ich den Herd ausgeschaltet? Für viele Menschen ab 45 Jahren, ihre Angehörigen und Bekannten ist es schwierig, zwischen Tüddeligkeit und einer drohenden Demenzerkrankung zu unterscheiden und zu entscheiden, wann gehandelt werden muss. Auf Grund der alternden Gesellschaft rückt das Thema immer mehr in den öffentlichen Diskurs, bereits ein Drittel der über 80-Jährigen sowie die Hälfte aller über 90-Jährigen sind betroffen. Der Informationsbedarf ist vor allem für Angehörige und Bekannte groß, die fürchten, dass eine Person aus dem persönlichen Umfeld oder gar sie selbst erkrankt sein oder erkranken könnten. Demenz ist ein Prozess, der langsam voranschreitet und oft nicht auf den ersten Blick erkannt wird. Betroffene haben Angst oder Scham vor einer Diagnose und ignorieren erste Anzeichen. Angehörige wissen meist nicht, wie sie die Symptome erkennen oder helfen können, ohne den Menschen mit Demenz zu verärgern oder bloßzustellen. Das Mehrgenerationenhaus der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde in Schiffbek und Öjendorf möchte mit einem neuen Beratungs- und Informationsangebot diese Hemmschwellen abbauen.

Aufbauphase

Themenabende und das Tanzcafé sollen Betroffene, Angehörige, Nachbarn und Interessenten sensibilisieren. Hier können sie sich über Demenz informieren, mit anderen Betroffenen austauschen und werden ermutigt, weiterhin am sozialen Leben teilzunehmen. Während in anderen Stadtteilen wie Altona bereits ein großes Demenz-Netz besteht, ist Billstedt noch in der Aufbauphase. Das vielfältige Angebot in Kooperation mit der Initiative „Soziale Allianzen“ soll helfen, das Thema in die Nachbarschaft zu transportieren. Das Mehrgenerationenhaus hofft auf eine aktive Teilnahme. „Es wäre toll, wenn die Menschen aus dem Stadtteil ein Gespür für mögliche Betroffene entwickeln und versuchen, sie zu unterstützen“, so Rainer Picker, Leiter des MGH. Zudem ermöglicht die Einrichtung SeniorPartner Diakonie im MGH Angehörigen von Menschen mit Demenz eine Entlastung vom schwierigen Alltag mit der Erkrankung. In einer betreuten Gruppe finden Betroffene Verständnis und mitfühlende Gleichgesinnte. Angehörige können in der Zwischenzeit wichtigen Besorgungen und Terminen nachkommen, für die sie während der täglichen Betreuung keine Zeit finden, oder sich entspannen. Konflikten zwischen Betroffenen und Familienangehörigen können durch Vermittlung Abhilfe geschaffen werden.
Die Demenzangebote des Mehrgenerationenhauses sind kostenlos und richten sich nach den Interessen der Menschen im Stadtteil. „Viele Menschen mit Demenz gehen mit dem Thema und der Erkrankung eher defensiv um“, berichtet Demenzbotschafterin Susanne Fink-Knodel. Der Schwerpunkt im Bereich „Alter und Pflege“ soll vor allem zu einem offeneren Diskurs und Umgang anregen.

Mehrgenerationenhaus der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde in
Schiffbek und Öjendorf, Merkenstraße 4, Susanne Fink-Knodel, Tel.: 61 18 77 81, demenzbotschafterin@doppelfisch.de, ="htttP://www.doppelfisch.de/mehrgenerationenhaus" target="_blank" rel="nofollow">Mehrgenerationenhaus
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