Gartenarbeit mit Gymnastik

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Linda Varszegi und Zdenka Hajkova vermitteln den Teilnehmern Gymnastik und Pflanzenpflege Foto: Möller
 
WochenBlatt-Mitarbeiterin Christa Möller war beim GreenGym dabeiFoto: wb

Freizeittrend GreenGym macht weiter im Öjendorfer Park

Von Christa Möller
Öjendorf. GreenGym – nie gehört. Was soll das denn sein? – Jedenfalls kein Gymnasium für angehende Gärtner. Obwohl, mit Pflanzen hat es schon was zu tun. Die Idee des GreenGym (sprich: gri:n dzim) stammt aus England, der Begriff umfasst die Möglichkeit, die eigene Fitness und die öffentlichen Grünflächen gleichzeitig zu verbessern – eine Kombination, die den Diplom-Geografen Henning Sanftleben und seinen Partner Norbert Nähr, Inhaber einer Stadtplanungsagentur, gleichermaßen faszinierte. Die beiden begeisterten Kung Fu-Sportler haben kurz entschlossen die gemeinnützige Firma Heilende Stadt gegründet, um mit Lizenz des British Trust for Conservation Volunteers auch in deutschen Parks entsprechende Projekte anzuschieben. In Hamburg werden sie dabei für eineinhalb Jahre vom Bezirksamt Mitte unterstützt.
Anschließend sollen sich Teilnehmer finden, die das GreenGym nach entsprechender Schulung in Eigenregie ehrenamtlich fortführen. Die erste Gruppe startete kurz vor den Sommerferien, sie trifft sich immer freitags, bei jedem Wetter, von 15 bis 18 Uhr im Öjendorfer Park. WochenBlatt-Mitarbeiterin Christa Möller war jetzt für Sie dabei:
An diesem heißen Sommerferientag hat sich unter anderem die junge Mutter Rosa aus Öjendorf auf den Weg in den Park gemacht, sie ist schon zum zweiten Mal hier und hat Söhnchen Kaspian,
16 Monate, mitgebracht. „Ich werde regelmäßig kommen, das ist ganz gut für den Kleinen, er kann hier auch ein bisschen Natur erfahren. Und mir macht die Gartenarbeit viel Spaß. Auch die Gymnastik ist super“, sagt sie. Eine weitere Teilnehmerin hat im WochenBlatt von dem Angebot gelesen. „Ich bin leidenschaftlich gern im Garten tätig, auf so was habe ich eigentlich immer gewartet“, freut sie sich über die Möglichkeit, sich „für den Allgemeinzweck“ zu engagieren. Die fleißige Parkpflegerin findet außerdem, dass noch viel mehr Leute direkt vor ihrer Haustür ein wenig aktiv werden könnten. Fortsetzung auf Seite 3.

Fortsetzung von Seite 1. Billstedt. Aber jetzt geht’s erstmal los mit der Gymnastik. Trainerin Linda Varszegi ist Agraringenieurin und Leiterin einer Yogagruppe. Sie leitet die Gruppe im Wechsel mit der Botanikerin Zdenka Hajkova, die noch an anderen Gartenprojekten in Hamburg beteiligt und heute nur ausnahmsweise mit dabei ist. Auch ihr Sport ist Yoga.

„Keine Eile, keine Hektik, jeder in seinem Tempo.“ Linda Varszegi

Linda Varszegi zeigt fünf tibetische Gesundheitsübungen zum Dehnen, Atmen und Entspannen, ganz ohne Leistungsdruck: „Keine Eile, keine Hektik, jeder in seinem Tempo.“ Projekt-Koordinator Henning Sanftleben beteiligt sich an diesem Tag ebenfalls an den Übungen im Park, für das sich alle ein schattiges Plätzchen ausgesucht haben. Als Klein-Kaspian Missstimmung äußert, nimmt die Mama ihn kurzerhand hoch und baut das Windelpaket als zusätzliches Krafttraining kurz in die nächste Übung mit ein, dann wird der Lütte, wieder ausgesprochen fröhlich, auf dem Rasen geparkt. Und weiter geht’s. Ist der Körper dann schön gelockert, müssen ganz andere Kräfte mobilisiert werden, denn nun beginnt der etwas anstrengendere Teil: Heute sollen einige kräftig wachsende, etwa einen Meter zwanzig hohe Brennesseln gerodet werden, um Platz für Beerensträucher zu schaffen.
Ziel: Hier sollen Beeren wachsen
Rosa bekommt von Linda Varszegi ein Paar Handschuhe, außerdem stehen Spaten, Grabegabeln und Harken bereit, natürlich gibt es auch noch ein paar Tipps von Linda Varszegi. Entschlossen wagen sich die Frauen an das grüne Dickicht, ein klares Ziel vor Augen: Demnächst sollen hier am Rande des Parks Himbeeren und Johannisbeeren gedeihen. Kürzlich wurden bereits Beete mit Stochschnabel, Fingerhut, Pfefferminze, wilden Erdbeeren und anderen pflegeleichten Pflanzen angelegt, wo vorher ebenfalls Brennesseln gediehen. Die Hobby-Gärtner staunten nicht schlecht, als unter all dem Wildkraut auch Heckenrosen zum Vorschein kamen. Allerdings hat Petrus den guten Willen der eifrigen Gärtner nicht so recht verstanden und lässt die Sonne dauerbrennen. Deshalb ist es gut, dass eine fürsorgliche Pflanzenfreundin auch mal in der Woche vorbeischaut und gießt, was Durst hat, um den jungen Pflanzen so das Anwachsen zu ermöglichen. Heute übernimmt Henning Sanftleben den ausgesprochen sportlichen Wasser-
dienst. Ausgerüstet mit Eimern und Schubkarre ist er im Pendeldienst zwischen dem Öjendorfer See und den frisch angelegten Pflanzflächen unterwegs.
An Ideen für ihr Engagement mangelt es den Trainerinnen nicht. „Wir möchten noch eine Wildblumenwiese schaffen und ein oder zwei Hochbeete mit Kräutern und auch einen zweiten Kompost anlegen.“ Beide betonen, dass hier kein Dekopark entstehen soll.
Ziel des Projekts ist die gemeinsame Aktivität, „und dass Menschen Spaß haben“, sagt Henning Sanftleben. Bislang kamen im Wechsel bis zu sieben Interessierte, zehn bis 15 dürfen es gern werden. Eine Gartenfreundin radelt sogar aus Bramfeld mit dem Fahrrad zum GreenGym in den Park. Sportlich endet auch der GreenGym-Tag: Mit Gymnastik. Das GreenGym ist übrigens kostenlos.
Und wenn Sie nun auf den Geschmack gekommen sind und auch Lust auf GreenGym haben : Sie wissen ja, immer freitags ab 15 Uhr. Treffpunkt ist der Imbiss am Südende des Öjendorfer Parks (Reinskamp, Ecke Driftredder).

Weitere Infos bei Henning Sanftleben unter Tel.: 0151/ 20 45 70 21 oder unter www.heilendestadt.de
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