Gartenarbeit verbindet Billstedter und Flüchtlinge

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Elisabeth Thun, Erste Vorsitzende des Vereins „Interkultureller Garten“, inmitten ihrer Sonnenblumen Foto: Grewe
 
Mohaddin Stripp-Syed vor dem neuen Bienenhaus Foto: Grewe

„Interkultureller Garten“ ist ein erfolgreiches Integrationsprojekt. Großes Sommerfest für alle am 3. September

Von Elke Grewe
Billstedt
Seit 2013 gibt es den Interkulturellen Garten. Stillstand kennt er seitdem nicht. Vom Bezirksamt erhielt der Verein „Interkultureller Garten Hamburg-Billstedt“ insgesamt 1.600 Quadratmeter Grünfläche, die liebevoll bepflanzt werden. Die 40 Mitglieder engagieren sich darüber hinaus: Gerade hat ein Malprojekt mit 50 Kindern aus einer Flüchtlingsunterkunft stattgefunden. Interessierte können das Ergebnis beim Sommerfest bestaunen. Die Kleinen kommen aus der Flüchtlingsunterkunft in der Berzeliusstraße in Billbrook und verschönern eine acht Meter lange Betonwand im Garten mit Blumenmotiven, Herzen und Sonnen. Elisabeth Thun, Erste Vorsitzende vom Interkulturellen Garten: „Das Malprojekt ist der erste Schritt, damit die Flüchtlinge aus der Isolation zu uns kommen.“ Überwiegend aus Afghanistan und Syrien stammen die 250 Kinder aus der Flüchtlingsunterkunft, die in dem Garten auch ausgiebig toben. „In der Zukunft wollen wir die Flüchtlinge noch viel stärker hier integrieren“, so Thun. Die 40 Mitglieder haben mit ihren Beeten einen echten Dschungel geschaffen. Zurzeit sind die Sonnenblumen eine Augenweide. Nutzpflanzen wie Kohlrabi, Bohnen, Zucchini und viele andere sorgen für frisches Gemüse in den vier Wänden. Sogar eine Inka-Kartoffel gedeiht auf den Beeten. Ein Drittel aller Mitglieder im Garten sind Migranten. Die meisten Hobby-Gärtner haben ein eigenes Beet von zirka 14 Quadratmetern oder kleiner. Fünfzig Prozent der Gartenfläche werden in Gemeinschaftsarbeit der Mitglieder genutzt. Elisabeth Thun: „Das klappt allerdings nicht immer optimal. Einige Mitglieder sind aktiv, die andere lassen sich gern mitschleppen. Dabei wollen wir ja gerade durch den Garten das Gemeinschaftsgefühl stärken.“

Sommerfest am 3. September


Einen Eindruck von der blühenden Oase in Billstedt können sich Besucher am Sonnabend, 3. September, beim großen Sommer- und Nachbarschaftsfest machen. Von 14 bis 18 Uhr sind alle Interessierten eingeladen. Auf die Kinder warten ein buntes Programm mit Trampolinspringen, Kinderschminken sowie Bauklötze zum Spielen.Der Senior des Gartens, Friedrich Kröger, 86 Jahre alt, wird um 15.30 Uhr eine Gartenführung machen und den zahlreichen Besuchern erklären, warum der Kompost regelmäßig „umgesetzt“ werden muss, das heißt, vom „Kopf auf die Füße“ gestellt wird. Dieses Jahr gibt es beim Sommerfest im Interkulturellen Garten auch das neue Bienenhaus mit einem 1.000 Bienen umfassenden Volk zu bestaunen. „Den hat uns eine Hobby-Imkerin aus Glinde zur Verfügung stellt“, erzählt der Inder Mohaddin Stripp-Syed stolz, der „seit der ersten Stunde“ ein 13 Quadratmeter großes Beet hat und Erdbeeren, Kräuter und Blumen anbaut. Mit dem neuen Bienenstamm will der „Interkulturelle Garten“ seinen Beitrag leisten, um Bienen wieder in der Großstadt anzusiedeln. „Sie werden leider immer seltener und Pflanzen können deshalb nicht befruchtet werden“, erklärt Havva Schäfer, gebürtige Türkin und ausgebildete Biologin. Sie hat ein hübsches Beet mit einer Kräuterspirale und bringt regelmäßig ihren Nachwuchs Tamara (11 Monate) mit – das jüngste Mitglied im „Interkulturellen Garten“. Für die Zukunft hat der Interkulturelle Garten noch große Aufgaben zu bewältigen: die Vorsitzende Thun: „Neben dem Öjendorfer See entsteht ein Wohnprojekt mit Flüchtlingsunterkünften. Und es gibt auch einen Plan, hier eine Grünfläche für einen zweiten ,Interkulturellen Garten‘ zur Verfügung zu stellen. Wir suchen deshalb jetzt schon neue Interessenten, die sich um die Entstehung eines zweiten ,Interkulturellen Gartens‘ kümmern wollen. Wir werden die Neulinge natürlich tatkräftig unterstützen.“

Kontakt: Telefon 731 43 94, info@ikg-hamburg-billstedt.de. Weitere Infos: IKG Hamburg-Billstedt
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