Gefahr für die Bille

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Ein sinkendes Stahlboot am Südkanal Ecke Rückertskanal. Der schwimmende Tank lässt darauf schließen, dass der Kraftstoff bereits ausgelaufen ist Foto: Stefan Dombert
 
Ein weiteres Wrack bei der Braunen Brücke Foto: Dombert

Beamte der Wasserschutzpolizei in Sorge um ihr Revier

Von Stefan Dombert
Hamm
Als „Küstennaher Beamter“, der auch für die Bille zuständig ist, fährt Heiko Friedenstab schon mal mit dem Schiff durch sein Revier. Der Fluss schlängelt sich idyllisch aus Richtung Billwerder durch den Hamburger Osten, um sich in das System aus Wirtschaftskanälen in Hamm und Rothenburgsort zu verzweigen. Inmitten von Kleingarten- und Wassersportvereinen, Parks und Bootsanlegern entdeckt man sie noch: die lauschigen Oasen mitten in der Stadt. Längst ist die Wasserqualität der Bille so gut geworden, dass sich neben dem Flusskrebs und Aal auch der Eisvogel wohlfühlt, eine der am meisten gefährdeten Arten Deutschlands. Damit die Umwelt – und das Idyll – intakt bleiben, braucht man Menschen, die Mitdenken. Leider trifft man viel zu häufig auf Gleichgültigkeit und Ignoranz. Das ärgert auch Heiko Friedenstab mächtig.

Riesiges Revier


Zuständig für die Bille ist das Wasserschutzpolizeikommissariat (WSPK) 2. „Doch leider können wir nicht überall zugleich sein, dafür sind unsere Aufgaben zu umfangreich“, so Polizeioberkommissar Heiko Friedenstab. Seine Dienststelle ist verantwortlich für die Überwachung des Seegüterumschlags und der zahlreichen Binnenschiff- und Sportbootliegeplätze. Auch bei Straftaten im touristischen Hafengebiet ist das WSPK 2 im Einsatz. Das Reviergebiet umfasst zusätzlich große Teile des Hafens, die Landungsbrücken und Überseebrücke sowie die Kanäle und Fleete der Speicherstadt. Die Norderelbe mit ihren Nebenarmen Dove- und Gose Elbe gehört ebenso dazu wie die Alster und eben – die Bille. „Besonders in den Monaten, in denen die Bootssaison noch nicht im Gange ist, können wir nicht jeden Winkel der Bille abfahren“, sagt der gebürtige Stralsunder und bittet die Anwohner, Kleingärtner und Sportbootfahrer um Mithilfe.

Keine Scheu vor dem Polizei-Notruf


Die Bille ist ein traumhaftes Revier, die im Hamburger Osten für ein besonderes Flair sorgt. Es wäre schade, wenn die Natur durch auslaufende Öle, Kraftstoffe oder wilde Müllkippen nachhaltig Schaden nimmt. „Es muss ja nicht immer gleich Gefahr in Verzug sein – auch bei kleineren Beobachtungen wie sinkenden Booten sollte man 110 wählen – ich sehe diese Nummer als Service der Polizei“, sagt Friedenstab überzeugt. „Die Nummer vom Bezirksamt oder der Wasserschutz kennen nur wenige Menschen – aber ein Handy hat ja jeder dabei“, so der „Künabe“ weiter. Man sollte keine Hemmungen haben, den Notruf zu wählen, wenn es darum geht, die Umwelt zu schützen und Umweltstraftaten zum Beispiel durch das Einleiten von Öl, Farben oder Fäkalien zu verhindern. Und das nicht nur, weil es im Hafenverkehrs- und Schifffahrtsgesetz steht (§ 9, Allgemeine Anzeigepflichten) – sondern weil es sich so gehört. Ganz wichtig ist dem Polizeioberkommissar, dass es nicht um anschwärzen oder petzen geht. Heiko Friedenstab unterstellt niemandem prinzipiell böse Absichten. „Aber manchmal sind Leute halt im Urlaub oder länger geschäftlich unterwegs. Die bekommen dann gar nicht mit, dass an ihren Grundstücken etwas passiert. Hier kann man ihnen helfen.“ Heiko Friedenstab bittet jeden Bürger, seine Beobachtungen zügig zu melden – lieber über den Notruf als gar nicht.
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