Gefahr für Ente und Co.

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Fast scheint es, als wollte sich der Haubentaucher für seine Rettung bedanken Foto: citynewstv.de
 
Ein Freiwilliger der Feuerwehr Öjendorf nach der gelungenen Rettungsaktion mit dem Haubentaucher Foto: citynewstv.de

Angelsehnen und Drachenleinen werden Tieren am Öjendorfer See zum Verhängnis

Von Klaus Schlichtmann
Billstedt
Wenn die Feuerwehr in Öjendorf alarmiert wird, brennt es entweder irgendwo in der Umgebung oder es gab einen Verkehrsunfall. Das sind zumindest die häufigsten Gründe, wenn die freiwilligen Männer und Frauen mit ihren Fahrzeugen ausrücken. Immer öfter aber wird ihre Hilfe von Tieren gebraucht, konkreter - von Wasservögeln im Öjendorfer See, die sich in Angelsehnen verheddert haben oder denen Drachenleinen zur gefährlichen, nicht selten tödlichen Falle wird.
„In diesem Jahr hatten wir bereits fünf Einsätze, bei denen es um die Rettung von Ente & Co. auf dem See ging“, erklärt Jan Wiedenmann von der Feuerwehr Öjendorf. Der letzte Tier-Alarm war im August: Ein Haubentaucher hatte sich in einer Drachensehne verfangen. Im Einsatz-Bericht heißt es dazu:„Haubentaucher vom Boot aus losgeschnitten, ans Ufer gebracht und in einer Tierbox gesichert. Anschließend dem Tierheim Süderstraße zur Entfernung der Drachenschnur und zur Kontrolle zugeführt.“ Eine erfolgreiche Mission also.
Immer wieder aber sind es auch Angelsehnen, die den Vögeln zum Verhängnis werden. Auch diese Fälle werden im Einsatzbuch für dieses Jahr knapp beschrieben: „Blässhuhn im Wasser durch Angelsehne am Hals an Weidenast verheddert“, heißt es dort. Und weiter: „Mit Kleinboot an den Vogel herangefahren, Ast abgetrennt und Vogel von Angelsehne befreit, Vogel dem Tierheim zugeführt.“

Angeln verboten


Enten, Gänse, Rebhühner – immer wieder verfangen sich diese Vögel in Angelsehnen. Dabei ist Angeln und Fischen im Öjendorfer See ganzjährig streng verboten, denn See und Park sind ein Vogel- und Naturschutzgebiet, seit vielen Jahren schon. „Früher gab es am See, einer ehemaligen Kiesgrube, einen Fischer aus Rahlstedt, der dort eine Karpfenzucht betrieben hat“, erinnert sich Jürgen Märker, Referent für Gewässerfragen im Hamburger Anglerverband. „Einmal im Jahr wurde das Wasser weitgehend abgelassen und die Fische gefangen. Das ist aber lange her.“ Über die Fischwilderer regt Märker sich mächtig auf: „Das sind sogenannte „Kochtopf-Angler“ und bestimmt keine verantwortungsbewussten Vereinsmitglieder. Diese illegalen Schwarzangler mißachten alle Regeln des Angelsports und gefährden eben auch das Leben der Wasservögel. Davon distanziere ich mich und der Verband ebenfalls!“

Fischwilderei wird angezeigt


Doch wer überwacht den See, kontrolliert das Angelverbot eigentlich? Zuständig ist die Fischereiaufsicht, die in der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation angesiedelt ist. Und in einer Stellungnahme dieser Behörde gibt es eine deutliche Ansage an die Fischwilderer: Eine lückenlose Überwachung kann es natürlich nicht geben - aber sie findet statt. Und: Wer erwischt wird, verliert seinen Fischereischein (wenn er denn überhaupt einen hat) und muß mit einer Ordnungswidrigkeiten-Anzeige sowie einer Geldbuße rechnen. Noch einmal Gewässerwart Jürgen Märker: „Wir haben in Hamburg so tolle Angelreviere an der Bille, der Alster und der Elbe, an denen Jedermann mit Fischereischein Angeln darf - der Öjendorfer See aber ist und bleibt tabu!“
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