Gegen die Einkaufs-Ödnis

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Das Nahversorgungszentrum an der U-Merkenstraße hat laut SPD „seine besten Zeiten hinter sich“ Foto: Landeck

SPD will Nahversorgung in Öjendorf verbessern. „Interessenten vorhanden“

Von Johanna Landeck
Billstedt-Öjendorf
Im kleinsten der drei Billstedter Teilorte, in Öjendorf, lässt es sich gut wohnen. Wer seinen Wocheneinkauf plant, der muss unter Umständen jedoch weitere Wege in Kauf nehmen. Diese Problematik wird jetzt auch von der lokalen Politik erkannt. „Früher gab es an der Möllner Landstraße mal einen kleinen Edeka. Aktuell gibt es im Ortsteil noch einen Netto, einen Aldi und eine Drogerie. Die Verkaufsflächen dieser Geschäfte sind aber allesamt sehr klein“, weiß Kerstin Gröhn, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD Hamburg-Mitte. Um die Kaufkraft, die seit Jahren zum Supermarkt Real nach Oststeinbek und ins Billstedt Center abfließt, nach Öjendorf zurückzuholen und die Nahversorgung vor Ort zu sichern, lässt die SPD-Fraktion nun prüfen, wo in Öjendorf neue Geschäfte angesiedelt werden können. Diese sollen erstens verkehrsgünstig gelegen sein und zweitens ausreichend Parkplätze zur Verfügung stellen.
Ob es sich dabei am Ende um einen einzelnen, großen Einkaufskomplex oder mehrere Geschäfte an verschiedenen Stellen handelt, lässt die Partei bei ihrer Suche nach geeigneten Flächen offen. Laut Antrag soll jedoch darauf geachtet werden, dass mindestens ein großflächiger Einzelhandel ab 800 Quadratmetern realisiert werden kann. Interessenten gäbe es bereits.

„Wenn möglich, würden wir eine Stärkung des bestehenden Zentrums an der
U-Bahnhaltestelle Merkenstraße favorisieren.“Kerstin Gröhn, SPD-Bezirksabgeordnete


„Wenn möglich, würden wir eine Stärkung des bestehenden Zentrums an der U-Bahnhaltestelle Merkenstraße favorisieren“, so Gröhn. In Frage komme außerdem der ehemalige Edeka, die Fläche der Haspa und die verwaiste Tankstelle daneben. Den früheren Vorschlag eines Projektträgers, einen großen Supermarkt oder alternativ zwei kleinere Märkte an der Merkenstraße 33 zu errichten, lehnt die SPD-Fraktion hingegen weiterhin strikt ab. Schließlich befinde sich das Areal mitten in einem Wohngebiet: „Das Vorhaben hätte zu einem Verkehrsaufkommen geführt, das an dieser Stelle nicht verträglich ist.“ Was dem Konzept zudem auf gar keinen Fall zum Opfer fallen solle, sei Wohnraum, betont die SPD-Vizechefin.

„Ökologisch vertretbar“


Auch die Grünen-Bezirksabgeordnete Nicole Kistenbrügger steht voll und ganz hinter dem Antrag der Koalitionspartei: „Wir können uns der Beurteilung der SPD über die unzureichende Nahversorgung der Öjendorfer Bevölkerung in vollem Umfang anschließen.“
Aus Sicht der Grünen sei an erster Stelle wichtig, „dass der Bedarf vor Ort unter Beachtung der gegebenen Bevölkerungsstruktur berücksichtigt wird“, so Kistenbrügger.
Dazu gehöre aber auch, dass der dabei entstehende höhere Lärmpegel und das Vorhaben insgesamt ökologisch vertretbar sein müssten.
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1 Kommentar
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to berg aus Billstedt | 30.07.2015 | 20:10  
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