Gemeinsam gegen Gewalt

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Gesprächsrunde zur „Gewaltprävention“ in der Elternschule Horner Geest Foto: wbv

Vereine und Organisationen in Billstedt und Horn vernetzen sich. Projekt „Kiezläufer“ erfolgreich

Von Martin Jenssen
Horn/Billstedt
Gewalt ist nichts Gewaltiges – für einige Menschen aber leider immer noch das einzige Mittel, sich durchzusetzen. Kinder, Jugendliche und Frauen, die Gewalttätigkeiten ausgesetzt sind, haben in Billstedt und Horn jedoch viele Möglichkeiten, Hilfe zu bekommen. Sie müssen nur wissen, wo.
Gerade bei Aktionen gegen Gewalttätigkeiten gilt: Gemeinsam ist man stärker. Deshalb trafen sich Vertreter von Jugendhilfsorganisationen, Schulen, Sportvereinen und sozialen Einrichtungen aus Billstedt und Horn in der Elternschule Horner Geest zu einem Fachgespräch über Gewaltprävention. Eine erfreuliche Nachricht: Billstedt und Horn sind Stadtteile, die sich in der Kriminalitäts- und Gewaltstatistik nicht groß von anderen Hamburger Stadtteilen abheben, – auch wenn es in der Öffentlichkeit oft dramatischer dargestellt wird. Das berichtete Bettina Rosenbusch vom Bildungsnetzwerk „Billenetz“. Die Zahlen bei der Jugendkriminalität seien sogar rückläufig – allerdings ist das hauptsächlich dem weiblichen Zweig dieser Statistik zu danken.
Erfreulich auch, dass seit Frühjahr zwei neue Projekte konkrete Erfolge erzielten. Es sind die „Kiezläufer“ und die Aktion „Stadtteile ohne Partnergewalt“ (StoP). Die Horner „Kiezläufer“, das sind zwei junge Frauen und acht junge Männer, die mindestens zweimal in der Woche in Horn unterwegs sind und darauf achten, dass Konflikte unter den Jugendlichen friedlich beigelegt werden. In Geschäften weisen sie darauf hin, Alkohol und Zigaretten nicht an Jugendliche zu verkaufen. Auf der Straße beraten die „Kiezläufer“ junge Menschen mit Problemen. Sie versuchen, den Problem-Jugendlichen Perspektiven für die Zukunft aufzuzeigen. Die „Kiezläufer“ wurden in Schulungen sorgfältig auf ihre Arbeit im Stadtteil vorbereitet und werden vom Jugendzentrum Horner Geest und von der „Straso“ (Straßensozialarbeit) Horn betreut.
„StoP“ konnte bereits über 30 Personen helfen, berichtete Züleyha Celebi, die das Projekt koordiniert. Frauen und Mädchen, die von Partnergewalt betroffen sind, können sich u.a. in der Elternschule Horner Geest beraten lassen. Viele weitere Projekte wurden vorgestellt. So bietet der Verein „Spili team“ in der Billstedter Hauptstraße körperorientierte und interkulturelle Gruppenarbeit an, vor allem für Frauen, Jugendliche und Kinder mit Migrationshintergrund.
Die Erkenntnis der Zusammenkunft: um perfekte Hilfe leisten zu können, ist eine gute Vernetzung aller professioneller und ehrenamtlicher Mitarbeiter in der Gewaltprävention nötig.
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