Geschäfte weichen Wohnungen

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Sie alle mussten bis zum 30. September ihre Geschäfte räumen: Marc Wollenbäcker (Inhaber der Fahrschule Fahrszination), Michael Geiß (Inhaber eines Computergeschäftes), Valentina Osipova (Änderungsschneiderei) und Robert Lippmann-Barkawitz (Inhaber des Eisgeschäftes ADDA).  Foto: Röhe

Aus Geschäftsräumen im Horner Weg entstehen neue Wohnungen

Hamm. Des einen Freud, des anderen Leid. Sechs kleine Geschäfte im Horner Weg 80 bis 82 mussten bis zum 30. September aus ihren Räumen raus. Dazu gehörte ein Computerladen, in dem sich Inhaber Michael Geiß mit einem Mitarbeiter um defekte Computer, Notebooks und Laptops kümmerte. Für den Computerfachmann war neben dem Service aber vor allem Nachbarschaftshilfe wichtig. „Wir waren eine Annahmestelle von Päckchen und Paketen unserer Kunden und Anwohner. Darum ist die Schließung unseres Geschäftes wirklich mehr als ärgerlich – auch im Interesse der Anwohner“, sagt Michael Geiß. Fünf Jahre lang betrieb der Geschäftsmann den Computerladen, in dem Kunden auch weitere Serviceleistungen wie Faxe verschicken, Kopien anfertigen oder Computerzubehör käuflich erwerben konnten.
Die Ladenzeile im Horner Weg 80 bis 82 umfasste einen Friseur, eine Änderungsschneiderei, ein Bestattungsunternehmen, ein Computergeschäft, eine Fahrschule und einen Eis-Laden.
Was ein Leid der Geschäftsleute bedeutet, ist allerdings die Freud von Wohnungssuchenden.
„Nach mehrfachen Vermietungsschwierigkeiten in der Vergangenheit und auch Kündigungen von Ladenmietern hat sich ergeben, dass langfristig der Betrieb derartig kleiner Einzelläden – wie allgemein in derartigen Nebenlagen – immer schwieriger wird. Aus diesem Grund werden die sechs Läden zu normalen Mietwohnungen umgebaut, die Treppenhäuser modernisiert und die Außenanlagen neu gestaltet, um für die vorhandenen Mietwohnungen ein freundlicheres Umfeld zu schaffen“, teilt Torsten Kringel von der Erich Thor Wohnungsunternehmen GmbH mit. So kommen in diesen Tagen die ersten Bauarbeiter und verwandeln aus den sechs Geschäftsräumen Wohnmöglichkeiten.
Obwohl alle Geschäftsleute unterschiedliche Arbeitsfelder abdeckten, vereinigte sie doch eines: Nachbarschaftshilfe. Alle Läden waren Anlaufstelle junger und älterer Menschen. Treffpunkt, Einkaufsmöglichkeit und quasi Poststelle. So erstaunt es nicht, dass einige Anwohner traurig sind. Andrea Giancaspro: „Es bedeutet für uns Anwohner weitere Wege. Außerdem fehlt uns dann das Flair.“ (mr)
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