Geschichte(n) aus dem Stadtteilarchiv Hamm

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Teil 2: Hammer Geschichte – Unter Nazis und im Bombenhagel

Als am 30. Januar 1933 die Nationalsozialisten die Macht im Reich und sogleich auch in Hamburg übernehmen, ist aus dem einstigen Dorfidyll längst ein lebendiger, quirliger Stadtteil geworden, einer der bevölkerungsreichsten Hamburgs. Hamm ist inmitten der Weltwirtschaftskrise eine wachsende Stadt.
Eine Synagoge und damit eine jüdische Gemeinde gibt es in Hamm nicht. So liegt der Anteil der jüdischen Deutschen an der Gesamtbevölkerung weit unter dem Durchschnitt. Für die Meisten endet das Leben in einem der nationalsozialistischen Vernichtungslager. Wie alle anderen deutschen Städte folgt auch Hamburg brav bis enthusiastisch dem Führer. Als Helmuth Hübener mit 17 Jahren und als jüngster von der Nazi-Justiz exekutierter Widerstandskämpfer stirbt, dauert der Krieg schon drei Jahre. Nach all den Siegen der Anfangszeit deutet sich eine Wende an; ein halbes Jahr später bringt die Operation Gomorrha den Krieg, nach Deutschland.
Das Fanal der deutschen Niederlage ist Hamburg und inmitten des Schreckens liegt das wehrlose Hamm. Kurz nach Mitternacht, 28. Juli 1943. Mehr als 700 Bomber der Royal Force nähern sich den bevölkerungsreichsten Stadtteilen Hamburgs östlich der Innenstadt: Hammerbrook, Borgfelde, Rothenburgsort, Eilbek und eben Hamm.
Der Bombenteppich entfacht auch wegen der über der Stadt hängenden Hitzeglocke zunächst einen Flächenbrand, die Flammen werden zum Feuersturm. Die Bunker bieten nicht genügend Plätze. Im Norden Hamms bietet der Hammer Park nur unzureichend Schutz.
Im Süden retten sich manche ins Aschbergbad Aber das sind Ausnahmen. Wochen später ergibt die Statistik etwa 35.000 Tote. Die meisten finden in einem Massengrab in Ohlsdorf ihre letzte Ruhestätte.
96 Prozent aller Gebäude in Hamm sind zerstört. (hfr)

In der nächsten Ausgabe lesen Sie: Dreigeteilt aus den Trümmern, einig im Wiederaufbau.
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