Grünes Paradies für Kinder in Hamburg

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Die Kinder der Kinderwerkstatt vor dem Container, in dem die Geräte des Interkulturellen Gartens untergebracht sind Fotos: Grewe
 
Der Phlox blüht in voller Pracht: Dragana Lovrinovice vor dem Gemeinschaftsbeet mit ihrem Klienten Michael Hündgen

Im Interkulturellen Garten können sich auch die Kleinen gut beschäftigen

Von Elke Grewe
Hamburg. Die Mitglieder sitzen an einer langen Tafelund essen Cevapcici, Paprika, Zucchini, Salat und genießen die Sommeridylle im „Interkulturellen Garten“ in Billstedt. Alle sind begeisterte Hobby-Gärtner und bewirtschaften ein Beet zwischen zehn und 20 Quadratmetern. 38 Mitglieder gehören mittlerweile zum Verein „Interkultureller Garten Hamburg-Billstedt e.V.“, viele haben einen Migrationshintergrund. Wer sich auf dem Gelände in der Legienstraße heute umschaut staunt, was dort alles wächst und angebaut wird. Von Kürbissen, Bohnen, Tomaten, Gurken bis zu einer bunten Pflanzenvielfalt. 50 Prozent der Gartenfläche bewirtschaften die Mitglieder gemeinsam. „Das klappt allerdings nicht immer ganz optimal. Einige sind aktiver als andere. Wir müssen noch mehr Solidarität wecken“, sagt Vereinsvorsitzende Elisabeth Thun.

Vergrößerte Fläche

Sie war an dem Gartenprojektes von Anfang an dabei. Ende 2010 wurde die Idee des „Interkulturellen Gartens“ auf der Sitzung der Stadtteilinitiative „Hallo Billstedt“ geboren. Im Mai 2011 wurde dann der Verein „Interkultureller Garten Hamburg-Billstedt“ gegründet. Im Frühjahr 2012 stellte das Bezirksamt ein Grundstück an der Legienstraße, das Teil eines Grünzugs war, zur Verfügung. Im Frühjahr 2013 begann die Bewirtschaftung der rund 1.000 Quadratmeter. Im Frühjahr 2014 kamen noch mal 600 Quadratmeter hinzu.
Viele fleißige Hände pflegen mit viel Stolz ihre Beete. „Und wir genießen das gemeinschaftliche Zusammensein.“
„Das ist besonders für die Migranten wichtig, die hier fast so etwas wie eine zweite Heimat gefunden haben“, betont Elisabeth Thun, die seit 48 Jahren aus Überzeugung in Billstedt wohnt. So wie Elena Kerner aus Kasachstan und Ludmilla Najmi aus der Ukraine. Ludmilla lässt sich stolz vor ihrer Pracht an Tomatenpflanzen fotografieren. „Die sind meine ganze Freude“, betont sie. Zucchini, Bohnen, Chili, Paprika und Kürbis baut sie auch an.
Ihre Waldbeeren schmecken wunderbar aromatisch. Auch Elena Kerner baut überwiegend Nutzpflanzen an. Besonders prächtig gedeiht ihr Koriander, der regelmäßig gegossen werden muss. „Mindestens genauso wichtig wie das Hobby Gärtnern ist aber die Gemeinschaftsarbeit. Wir geben uns gegenseitig Tipps zur Pflanzenpflege und vertreten uns in Urlaubszeiten“, sagt die Sozialpädagogin Katrin Lademann.

Gefühl der Zusammengehörigkeit

Elisabeth Thun blickt stolz auf die Beete der Mitglieder. Seit Jahren hat sich die heute 68-Jährige für das Garten-Projekt stark gemacht. Nun kann sie sich endlich an dem farbenfrohen Ergebnis ihrer Mühen erfreuen. „Und das Zusammengehörigkeitsgefühl ist hier sehr groß. Wir grillen oft gemeinsam oder klönen einfach nur an unserem langen Tisch, für den wir eine Überdachung selbst gebaut haben.“ Pacht müssen die Mitglieder nicht zahlen. Denn Billstedt ist zum „Entwicklungsraum“ erklärt worden, um mit zahlreichen, und zum Teil von Bürgern angeregten Projekten, den Stadtteil attraktiver zu machen. Für den „Interkulturellen Garten“ gibt es bis 2015 Fördergelder.

Gemeinschaftsbeet

Ein Vorzeigeprojekt sind auch die Gemeinschaftsbeete des „Interkulturellen Gartens“. So ein Beet betreut Dragna Lovrinovice aus Kroatien. Sie arbeitet in der MOMO-Beratungsstelle in der Washingtonallee 62, kümmert sich dort um seelisch kranke Menschen. „Wenn sie unser Beet sehen und pflegen, ist das ein wichtiger Teil der Therapie“, betont sie. Sie freut sich, dass an diesem herrlichen Sommertag auch ihr Klient Michael Hündgen von dem Beet in seiner herrlichen Blüte begeistert ist.

Sommerfest

Auch die Kinder der nahen Kinderwerkstatt in der Legienstraße 28 – durch diese Einrichtung hat der Garten einen Wasseranschluss – halten sich regelmäßig im „Interkulturellen Garten“ auf. Alle zusammen sind schon voller Vorfreude auf das große Sommer-Nachbarschaftsfest am 6. September. Dann wird ab 14 Uhr gefeiert. Jeder ist herzlich eingeladen.

Weitere Infos: ikg-hamburg-billstedt.de
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