Grundschule Rahewinkel hat einen eigenen Zoo

Anzeige
Selin liebt die Hasen, weil sie so schön kuschelig sind Foto: Grell

Nachmittagsangebot der Grundschule begeistert Kinder in Mümmelmannsberg

Von Karen Grell
Mümmelmannsberg
„Das sind unsere Mädels“, sagt Selin und zeigt auf die vier knuffigen und ein wenig zerzausten Meerschweinchen Muffin, Lola, Emma und Karamell. Alle vier sind Bewohnerinnen des schuleigenen Zoos, der in der ehemaligen Hausmeisterwohnung der Grundschule Rahewinkel untergebracht ist.
Die insgesamt fünf Meerschweinchen und zwei Zwergkaninchen leben deshalb auch nicht beengt in kleinen Käfigen, sondern haben ein ganzes Appartment für sich allein. „Nur in dem hinteren Zimmer, da steht unsere Sammlung mit ausgestopften Tieren“, sagt Zoey lachend. Gepflegt werden müssen auch der Dachs, das Eichhörnchen und der Reiher aus der 34 Jahre alten Sammlung, nur „füttern müssen wir die nicht“, meint Deva aus der Klasse 4 c. Der Kleintierzoo, den die beiden Lehrerinnen Mareike Hänsch und Regine Meyer an die Schule in Mümmelmannsberg gebracht haben, ist Teil der Nachmittagsangebote, zu denen sich die Schüler freiwillig anmelden können. 16 Kids dürfen ein Halbjahr lang die süßen Vierbeiner füttern, streicheln und versorgen. „Knapp 200 würden bei jeder neuen Kurs-Wahl gern dabei sein“, weiß Regine Meyer, annehmen kann sie nicht mehr als 20. Gern würden die Lehrerinnen noch weitere Tiere für den Zoo anschaffen. „Ein Esel wäre richtig toll, vielleicht auch zwei“, sagt Regine Meyer, die Ganztagskoordinatorin der Schule. Mareike Hänsch könnte sich einen Hahn vorstellen, der „immer zur Pause pünktlich kräht“. Bis zu den Sommerferien kümmern sich die Zoo-Kids um die Vierbeiner und können sich gar keinen anderen Kurs vorstellen. Zoey, Selin und Deva aus der vierten Klasse betiteln sich selber als Leiterinnen der Gruppe, weil sie die ältesten sind und schon Erfahrungen hätten mit den Nagern. Zu den Aufgaben der Schüler gehört neben dem täglichen Reinigen der Auslaufflächen auch das Füttern mit Wurzeln, Salat und Gurken. „Sie bekommen kein Nassfutter, weil sie davon Durchfall kriegen“, erklärt Selin, die schon eine absolute Expertin in Sachen Meerschweinchen-Pflege ist. Ab März geht es für Schneeflocke, Oskar und seine tierischen Freunde dann wieder nach draußen in die extra angeschafften Tierhäuser. „Wir haben sie im Winter reingenommen, weil wir nicht sicher waren, ob die kalten Temperaturen ihnen schaden könnten“, erklärt Mareike Hänsch, die von ihrem Vater die Sammlung der ausgestopften Tiere für die Grundschüler geschenkt bekam. „Die Kinder lernen hier Verantwortung zu übernehmen“, betont Regine Meyer. Viele hätten ansonsten in ihrer Freizeit gar keinen Kontakt zu Tieren und würden hier lernen, was der Umgang mit einem Meerschweinchen eigentlich bedeutet. Als Selin wieder in den Unterricht muss und sich noch einmal nach ihren Mädels umdreht, ist Hase Schneeflocke bereits auf die Fensterbank gesprungen, um ihr hinterher zu schauen.
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige