„Hände die helfen, schlagen nicht“

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Svenja (12) und Jul (12) versorgen ein „Unfallopfer“. Im Ernstfall wissen Schulsanitäter genau, was zu tun ist.Foto: mt

Hilfsorganisationen bilden Schüler zu Ersthelfern aus

Hamm. Wer hat es in seinen Jugendjahren nicht schon erlebt? Auf dem Schulhof oder in der Sporthalle kracht es öfter mal. Gut, wenn dann Hilfe schnell am Unfallort ist. Schulsanitäter sind vor Ort und gut ausgebildete Ersthelfer. „Bei rund 30.000 Unfällen im Jahr an Hamburger Schulen, ist der Schulsanitätsdienst eine große Entlastung“, erklärt Klaudia Gottheit von der Unfallkasse Nord.
An weiterführenden Schulen ist der Schulsanitätsdienst in Hamburg bereits fester Bestandteil der Unfallerstversorgung. Rund 40 Schulen nehmen an dem Programm teil. Ausgebildet und unterstützt von Maltesern, Johanniter-Jugend oder Jugendrotkreuz konnten in den vergangenen Jahren über 100 Sanitätsdienste Hamburger Schulhöfe sicherer machen. 25 von ihnen trafen sich im Bildungszentrum in Steilshoop, um den besten und schnellsten Ersthelfer zu finden.
Für Hamm gingen gleich zwei Schulen an den Start. Die Wichernschule und die Sankt-Ansgar-Schule maßen sich erfolgreich mit 23 weiteren Teams. Zehn Prüfungen galt es zu meistern. Fünf Minuten Zeit an jeder Station, um die Erstversorgung sicherzustellen. Die Aufgaben waren unterschiedlich und zum Teil spektakulär in Szene gesetzt. Schnittwunden, Prellungen oder auch ein Nagel im Fuß. Es wurde an einigen Stationen sehr blutig. Doch für die Teams aus Horn kein Problem. Professionell wird der Verband angelegt, der Patient getröstet und der Notruf abgesetzt. Aneta (13) geht in die achte Klasse an der Sankt-Ansgar-Schule und freut sich, dass sie auch außerhalb der Schulzeit in der Lage ist, Menschen zu helfen. Die Wichernschule trainiert jeden Donnerstag zwei Stunden für den Ernstfall. Ganze 400 Einsätze stehen im Protokoll 2011. Die meisten waren harmlos – aber helfen konnten die jungen Sanitär immer.
Bereits zum sechsten Mal findet der Wettbewerb des Hamburger Schulsanitätsdienstes statt. Es ist ein besonderes Erlebnis für die jungen Teilnehmer, hier können sie das Gelernte und alle Erfahrungen mit einbringen. Am Ende des Tages geht der erste Platz an das Gymnasium Bornbrook. Doch geht es bei diesem Wettbewerb nicht nur ums Gewinnen. „Alle Teilnehmer am Schulsanitätsdienst haben sich entschieden, Verantwortung zu übernehmen. Werte wie Nächstenliebe oder Empathie werden vermittelt und dienen auch der Gewaltprävention“, erklärt Michael Möwius, Koordinator des Hamburger Schulsanitätsdienstes. Neu ist der Schulsanitätsdienst an Hamburger Grundschulen. Im Vordergrund der Ausbildung steht die schnelle und sichere medizinische Versorgung erkrankter oder verletzter Mitschüler. Es geht jedoch auch um die Vermittlung von Werten, erklärt Anna Zaubitzer, Grundschullehrerin aus Winterhude. Die Malteser hoffen in Zukunft noch mehr Grundschüler ausbilden zu können. „Hände die helfen, schlagen nicht“, sagt Malte der Malteserritter immer. (mt)
u Marina Rochna, Diözesanjugenreferentin, nimmt Anrufe und Anmeldungen von Grundschulen gerne unter
t 209408-16 entgegen.
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