Haferblöcken: 500 Wohnungen werden gebaut

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Haferblöcken im Juli: Hier soll bald gebaut werden Foto: Timm

Plandiskussion mit Anwohnern in Billstedt am 8. Dezember. Neubauten sind für Geflüchtete und Hamburger

Von Frank Berno Timm
Billstedt
Das vielfach diskutierte Projekt, im Gebiet Haferblöcken eine Flüchtlingsunterkunft mit der Perspektive Wohnen zu errichten, kommt einen Schritt weiter. Der Stadtplanungsausschuss der Bezirksversammlung Mitte stimmte einer Öffentlichen Plandiskussion zu, sie soll am 8. Dezember stattfinden. Zuvor trifft sich das so genannte Begleitgremium, in dem die Nachbarschaft vertreten ist, ein weiteres Mal – am 19. Oktober. Fachamtsleiter Michael Mathe erläuterte den Abgeordneten ausführlich den aktuellen Planungsstand des Projekts, in dessen Zug nach seinen Angaben 254 Wohnungen für Flüchtlinge und 250 Wohnungen für den allgemeinen Wohnungsmarkt entstehen sollen. Wie die Flüchtlingswohnungen genau belegt werden, kann sich nach Angaben aus der Ausschusssitzung noch ändern – derzeit ist die Personenzahl von fünf auf vier je Wohnung reduziert.

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Nach Mathes Worten ist das bislang bestehende Landschaftsschutzgebiet (LSG) inzwischen aufgehoben. Der so genannte Funktionsplan, der die Verteilung der Baukörper auf den vier Baufeldern darstellt, sei abgewandelt: So ist nun ein interkultureller Garten vorgesehen, die Müllentsorgung soll anders geregelt werden und die Stellplätze werden nicht in einem großen Parkplatz zusammengefasst. Nach Mathes Darstellung haben die beteiligten Bauherren (neben der Saga zwei Genossenschaften) deutlich gemacht, dass es keinen Bedarf an dem eigentlich vorgesehenen Geschosswohnungsbau gebe, dafür sollen so genannte Duplexhäuser entstehen. Für das Projekt liegen die ersten beiden Bauanträge vor. Noch zu ändern sind nach Angaben des Fachamtsleiters der Flächennutzungsplan und das Landschaftsprogramm.

Klimagutachten erwartet


Roland Hoitz (CDU) betonte, seine Fraktion lehne das Projekt „weiterhin ab“ und stimme auch der öffentlichen Plandiskussion nicht zu. Hoitz begründete das mit der Funktion des Gebiets als Kaltluftzone mit Wirkung bis in die Innenstadt. Michael Mathe sagte dazu, die bisherigen Planungen hätten die Bedeutung des Gebiets „übersetzt“ und man müsse das stadtklimatische Gutachten abwarten. Das Projekt östlich Haferblöcken gehört zu dem Komplex der so genannten Expresswohnungen für Flüchtlinge, die im Lauf des Sommers Hamburg-weit diskutiert wurden. Ein anstehender Volksentscheid war abgewendet worden, kritisiert wurde immer wieder der Umstand, dass der Senat bislang freie Flächen unter Zuhilfenahme eines neuen Paragraphen im Baugesetz nutzt, der das übliche Planrecht extrem verkürzt. Die Diskussion im Stadtplanungsausschuss wurde von Mitgliedern der Bürgerinitiativen, die sich auch östlich Haferblöcken gebildet hatten, verfolgt, die sich aber nicht zu Wort meldeten.

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