Hamburg: Betrieb der Linie U3 unterbrochen

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Symbolfoto: thinkstock
 
Foto: Timm

Wassereinbruch in der Nähe der Haltestelle Rathaus stoppt U-Bahn-Verkehr

Weil Wasser im Tunnel war, musste die Hochbahn am Donnerstag einen halben Tag den Betrieb der U3 teilweise einstellen. Fahrgäste mussten zwischen Berliner Tor und St. Pauli auf Busse ausweichen, bis Baumwall verkehrte ein Pendelzug.

Geschäftiges Treiben am U-Bahneingang vor dem Rathaus am Donnerstag, es ist kurz vor elf Uhr. Schläuche werden ausgerollt, Arbeiter in Warnwesten und Wasserschutzkleidung laufen treppauf und treppab, das Technische Hilfswerk und eine Rohrbaufirma sind mit am Ort des Geschehens. Ansonsten ist der Bahnhof menschenleer – „Kein Zugverkehr“ steht auf dem Zielanzeiger geschrieben, die Eingänge sind blockiert. Hier und dort steht eine Tür offen, auf dem Bahnsteig sind Klappen geöffnet, ein trüber Wasserspiegel ist zu sehen.

Was ist passiert? Hochbahnsprecher Christoph Kreienbaum sagt, eine Grundwasserpumpe – sie sind überall im Hamburger U-Bahn-System eingebaut – habe morgens, noch vor Betriebsaufnahme, eine Fehlermeldung an die Betriebszentrale geschickt. Das könne zwei Ursachen haben: Entweder funktioniert die Pumpe nicht oder es ist Wasser von außen eingetreten. Es sei, fährt Kreienbaum fort, ein Trupp losgeschickt worden der feststellte, dass die Pumpe in Ordnung war, damit stand ein Wassereintritt von außen fest. „Also haben wir den Betrieb nicht aufgenommen“ – in Richtung Baumwall stand das Wasser 15 Zentimeter hoch, kurz hinter der Haltestelle.

Und wo kommt das her? Eine Leckage im Haltestellenumfeld, so Kreienbaum. Dass an der Reparatur gearbeitet wird, kann man hören: Arbeiter haben oben das Pflaster geöffnet, ein Presslufthammer knattert. Kreienbaum erläutert, es fließe kein Wasser mehr – nun müssten Gleisbett, Signale und Weichensteuerung getestet werden, dann folgten Probefahrten. Kurz vor dem Berufsverkehr, genauer um 14.45 Uhr, mailt Kreienbaums Kollegin Christina Becker, der Betrieb sei wieder aufgenommen worden.

Hamburg-Wasser-Sprecher Ole Braukmann ergänzt, die Ursache für den Wassereintritt in den Bahnhof sei eine defekte Anschlussleitung, die vom Trinkwassernetz in den Bahnhof führe und der dortigen Wasserversorgung diene. Wo die Schadensstelle exakt liege, werde noch untersucht, auch die Kosten des Schadens konnte Braukmann am Donnerstag noch nicht konkret beziffern.
Ein Sprecher des Lagezentrums der Feuerwehr sagt am Donnerstag dem Hamburger Wochenblatt, dass das Technische Hilfswerk die Hochbahn vertraglich bei solchen Vorfällen unterstütze. Schon um 3.06 Uhr habe es einen Wassereinbruch am Rödingsmarkt gegeben, mit dem das Technische Hilfswerk befasst gewesen sei, deshalb habe sich die Feuerwehr von 7.56 Uhr bis 10.25 Uhr mit 20 Einsatzkräften um den Rathausmarkt gekümmert. Nach Darstellung von Feuerwehrsprecher Jan Ole Unger habe es um 7.54 eine weitere Meldung gegeben, dass eine „110er Frischwasserleitung“ kaputt sei und Wasser in den Tunnel eindringe. Man könne nun spekulieren, ob das Wasser aus dem Pumpensumpf oder aus der Frischwasserleitung stamme, beide „Einsatzstellen sind vereinigt worden“.

Hochbahnsprecher Kreienbaum bestätigt, dass es sich um eine Einsatzstelle gehandelt habe lässt keinen Zweifel daran, dass das U-Bahnfahren in Hamburg sicher ist und keine Gefahr durch Wasser bestehe. Der Vorfall sei „nicht außergewöhnlich“ gewesen und durchaus mit einem einfachen Rohrbruch in einer Privatwohnung vergleichbar, betont er. Eine Premiere war es dennoch nicht: Vor drei Jahren lief Wasser in die Station Jungfernstieg, damals allerdings durch einen Starkregen. (fbt)
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