Hamburg: HO.R.S.T. hilft Radlern

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Andreas Kranik repariert ein gespendetes Fahrrad Fotos: Christa Möller
 
Die Fahrradwerkstatt liegt neben dem Haus der Jugend an der Manshardstraße 22

Das Horner-Rad-Selbsthilfe-Team hat Tipps für Schrauber

Von Christa Möller
Hamburg Heike Schmidt fährt gern Fahrrad. Deshalb nimmt sie ihren Drahtesel auch gern mit, wenn sie verreist. Weil sie jedoch immer Hilfe benötigte, um das Rad ins Auto zu bekommen, hat sie umgesattelt: auf ein Klapprad. Das ist praktisch und fährt ebenso gut, wie sie festgestellt hat. Noch besser geht’s, seitdem die Hornerin eine Dreigangschaltung nachgerüstet hat. Die besaß der etwa 30 Jahre alte Fahrrad-Oldtimer nämlich zuvor nicht. Für die patente Radlerin sind Reparaturen an ihrem Gefährt kein Thema. „Ich halte mich für handwerklich geschickt und mir bringt es einfach Spaß“, sagt Heike Schmidt. Manchmal allerdings braucht sie doch Hilfe, einen kompetenten Rat „oder wie heute die Manneskraft.“. Dann fährt sie zu HO.R.S.T., dem Horner-Rad-Selbsthilfe-Team.Hier bekommt sie fachkundige Unterstützung. Ihr eigenes Werkzeug bringt sie immer mit. Wer das nicht hat, kann es gegen eine geringe Gebühr ausleihen.

Hilfe zur Selbsthilfe

HO.R.S.T. ist ein soziales Projekt, das Menschen aus dem Stadtteil bereits seit 2007 Hilfe zur Selbsthilfe beim Fahrradreparieren bietet. Das nutzen auch die Kinder und Jugendlichen gern. „Es gibt viele Kiddies, die nicht wissen, wie sie einen Reifen flicken können“, weiß Andreas Kranik. Der 35-Jährige ist Förderlehrer an der Stadtteilschule Querkamp und arbeitet außerdem für ein Auktionshaus. Zusätzlich übernimmt er projektgebunden Aufgaben im Haus der Jugend in Horn. In seiner Freizeit setzt er sich seit etwa drei Jahren ehrenamtlich in der Fahrrad-Selbsthilfe-Werkstatt beim Haus der Jugend an der Manshardstraße 24 ein, die im Sommerhalbjahr jeden Sonnabend geöffnet ist. Hier werden außerdem gespendete Fahrräder verkauft. Das nutzte auch Heike Schmidt, als sie ein Klapprad kaufen wollte. „Jetzt brauche ich keine Hilfe mehr, um mein Rad ins Auto zu bekommen. Ich muss nur den Hebel umdrehen.“ Ganz fix ist das Rad dann auch wieder fahrbereit.

Gespendete Räder werden repariert

Etwa 80 „Kunden“ hat das Team pro Saison. Gerade kommen ein paar Jungs aus der Nachbarschaft mit einem Fahrrad, an dem der Sattel lose ist. Mit dem passenden Werkzeug und entsprechenden Tipps können sie gleich ans Werk gehen. Das tut auch Robert Wasilewski. Der 16-jährige Schüler schraubt gern an seinem eigenen Fahrrad und gehört seit kurzem zum Helferteam in der Fahrradwerkstatt. „Er ist technisch sehr begabt“, hat Andreas Kranik festgestellt. Zu tun gibt es genug, und wenn wirklich gerade mal keiner Hilfe braucht, dann ist Zeit, die gespendeten Fahrräder zu inspizieren. Nicht alle sind in fahrbereitem Zustand, mal fehlt die Kette, mal ist das Rücklicht defekt oder die Bremsen funktionieren nicht richtig.

Spenden erwünscht

Das Horner-Rad-Selbsthilfe-Team wird derzeit nur vom Förderverein Haus der Jugend Horn finanziell unterstützt, damit die Ehrenamtlichen eine kleine Aufwandsentschädigung erhalten können. Doch auch die Ersatzteile kosten Geld, deshalb freut sich HO.R.S.T. über zusätzliche Spenden. Näheres weiß Projektleiter Wolfgang Grossmann im Haus der Jugend an der Manshardtstraße, Telefon 040 / 655 19 37.
Er hat die Fahrradwerkstatt initiiert und den Container besorgt, in dem jetzt Werkzeug und Fahrräder lagern. Außerdem ist er Ansprechpartner, wenn jemand ein Fahrrad kostenlos abgeben möchte.
Nach den Sommerferien wird das Haus der Jugend sich an der Gestaltung des Offenen Ganztags in der Brüder-Grimm-Schule am Querkamp beteiligen. „Ich hoffe, das Fahrradprojekt ebenfalls integrieren zu können“, so Wolfgang Grossmann.

Die Fahrradwerkstatt ist im Sommerhalbjahr sonnabends von 14 bis 18 Uhr geöffnet
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