Hamburg: In Loki Schmidts Straße

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Der Horner Weg um 1925 auf Höhe der heutigen Wichern-Schule mit Blick in Richtung Osten. Links im Hintergrund die Horner Meierei, rechts die Gebäude des Rauhen Hauses Foto: Archiv der Geschichtswerkstatt Horn - Quelle: Unteutsch

Die Geschichte des Horner Wegs: Neuer Stadtteilrundgang der Geschichtswerkstatt

Hamburg. Seit acht Jahren bietet die Geschichtswerkstatt Horn historische Stadtteilrundgänge an. Jetzt überraschen die Hobbyhistoriker mit einem neuen - dem Neunten. Gerd von Borstel und das Team des Stadtteilarchivs zeigen in 50 großformatigen Bildern die Geschichte des Horner Wegs von der Güterumgehungsbahn bis zum Gojenboom. Ursprünglich hieß dieser Weg bei den Bürgern nur „Redder“; 1865 erhielt er dann seinen heutigen Namen. Es war schon immer die etwas ruhigere Verbindung zwischen Hamm und Horn, abseits der hektischen Horner Landstraße. Wer die steileren Straßen von der Marsch hinauf zur Geest im Horner Bereich mit seinem Fuhrwerk meiden wollte, nutze den „Redder“ ab Burgstraße.
Die Besiedelung im Horner Bereich erfolgte erst spät, zuerst säumten nur kleine Höfe, die Gemeindewiesen und die Meierei den Weg. Als im September 1833 der damals 25-jährige Theologe Johann Hinrich Wichern zwischen dem Hohlerweg (heute „Beim Rauhen Haus) und dem „Redder“ sein „Rettungsdorf“ für die verwahrlosten Kindern aus den Elendsvierteln der Stadt gründete, kam etwas mehr Leben in die beschauliche Gegend auf dem Geestrücken. Auf dem staatseigenen nördlichen Teil der ehemaligen Bullenkoppel wurde dann zwischen 1910 und 1912 Horns zweite Volksschule errichtet, mit 30 Klassenräumen seinerzeit eine der größten Hamburgs. Am 14. Oktober 1912 begann hier der Unterricht. Da es den Rhiemsweg noch nicht gab, hieß sie „Schule Morahtstraße“.
Großstädtischen Charakter bekam der Horner Weg in den 1920er Jahren, als an der kopfsteingepflasterten Straße Großwohnhäuser errichtet wurden. Prägend war die Siedlung gegenüber dem Rauhen Haus, die von der „Baugenossenschaft freier Gewerkschafter (BGFG)“ für kinderreiche Familien errichtet und 1928/29 bezogen wurde. Auch die Familie Glaser mit ihrer Tochter Hannelore, genannt Loki, bekam hier eine Wohnung. Aus Loki Glaser wurde später Loki Schmidt, Ehefrau von Innensenator und Bundeskanzler Helmut Schmidt. Der 95-Jährige lebt heute verwitwet in Langenhorn. In Horn wohnten auch einige jüdische Familien, die im „Dritten Reich“ plötzlich aus ihren Wohnungen verschwunden waren. Stolpersteine erinnern heute an ihr Schicksal. Mit der Trümmerbahn begann die Nachkriegsgeschichte dieser Straße. (wb)

Start des Rundganges: Sonnabend, 21. Juni, 15 Uhr; Treffpunkt ist der Eingang zur Wichern-Schule, Horner Weg 164. Pro Person 4 Euro. Dauer ca. 90 - 120 Minuten. geschichtswerkstatt-horn.de
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