Hamburg: Krupp kurbelte Glinde an

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Diese Flugzeuge (oben: Heinkel He 111; unten: Junkers Ju 87 (Stuka)) der Deutschen Luftwaffe wurden mit der Glinder Kurbelwelle angetrieben

Eine Ausstellung erinnert an die Bedeutung des Kurbelwellenwerks

Hamburg. Eine Ausstellung über die Geschichte des Kurbelwellenwerks, das der Stahlgigant Krupp in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Glinde gründete, wird am kommenden Freitag, dem 31. Januar, im Festsaal des Mercellin-Verbe-Haus eröffnet. Verantwortlich für die Ausstellung sind die Stadt Glinde, Stadtarchivar Dr. Carsten Walczok in Zusammenarbeit mit Heinz Juhre und Gerrit Oswald, beide begeisterte Freizeit-Historiker.
Die Materialsammlung für die Ausstellung führte auch nach Essen. Stadtarchivar Dr. Carsten Walczok und Bürgermeister Rainhard Zug trafen dort Eckbart von Bohlen und Halbach, ein Neffe des letzen Inhabers der Friedrich Krupp AG, Alfried von Bohlen und Halbach.

Aufschwung

Sie erhielten in der Krupp-Villa in Essen wertvolle Informationen für ihre Ausstellung. „Wir gewannen die Erkenntnis, dass mit der Werksgründung von Krupp der Ort Glinde einen großen Aufschwung nahm“, sagte der Stadtarchivar. Die Einwohnerzahl stieg gewaltig. Vor der Gründung des Kurbelwellenwerks im Jahre 1936 hatte Glinde nur 350 Einwohner, danach wohnten mehr als 6.000 Menschen in Glinde, die alle im Krupp-Werk tätig waren. Damals entstand die Krupp-Siedlung mit 163 Häusern zwischen dem Tannenweg und dem Papendieker Redder. Es wurde aber auch ein Barackenlager errichtet, in dem Tausende von Arbeitern unter nicht gerade angenehmen Bedingungen leben mussten. Im Lager Wiesenfeld wurden die Arbeiter, die teilweise aus der Ukraine kamen, bewacht und durften das Lager nicht verlassen. Die Kurbelwellen, die in Glinde bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges produziert wurden, waren für die Deutsche Luftwaffe gedacht.

Nach dem Krieg war Schluss

Mehr als ein Viertel aller Bomber und Jagdflugzeuge, die im Zweiten Weltkrieg vom Naziregime eingesetzt wurden, flogen mit Kurbelwellen aus Glinde zu ihren Kampfeinsätzen. Krupp war stolz auf die Glinder Kurbelwellen in den Junkers- und Heinkel-Maschinen, denn diese waren ein Spitzenprodukt der damaligen Stahltechnik. Nach dem Krieg demontierte die britische Besatzungsmacht alle Anlagen und Maschinen des Glinder Kurbelwellenwerkes. Erst 1955 zog wieder ein Industriebetrieb in die leeren Hallen des ehemaligen Krupp-Betriebes ein. Die Firma Jurid begann an der Stelle mit ihrer Produktion von Bremsbelägen. Heute ist das bekannte Unternehmen Honeywell dort ansässig. (güb)

Öffnungszeiten der Ausstellung sind:
1. und 2. Februar von 10-18 Uhr, 6. Februar von 13-21 Uhr, 7. Februar 10-18 Uhr,
8. und 9. Februar jeweils 10-18 Uhr, 13. Februar 13-21 Uhr, 14. und 15. Februar jeweils 10-18 Uhr
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