Hamburg: „Pferderennen verbieten“

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Mitglieder der Tierrechts-organisation Peta demonstrierten vor der Horner Rennbahn Foto: wb

Tierrechtsorganisation vor Horner Rennbahn: Pferde sind keine Sportgeräte

Hamburg. Während die Zuschauer am Sonntag von der Tribüne die Rennpferde anfeuerten, riefen Mitglieder der Tierrechtsorganisation Peta am Eingang der Horner Rennbahn zum Boykott von Pferderennen auf und forderten ein bundesweites Verbot von Pferderennen.
Mit einem durch Absperrbänder abgesteckten „Tatort“, in dem ein totes Pferd abgebildet ist, einem Banner und Flugblättern informierten sie die Besucher des Hamburger Derbys über tödliche Verletzungen sowie den brutalen Umgang, dem Pferde bei solchen Rennen systematisch ausgesetzt seien. „Tödliche Verletzungen sind bei Pferderennen fast an der Tagesordnung. Systematisch wird dabei gegen das Tierschutzgesetz verstoßen, denn es ist verboten, Tieren Leistungen abzuverlangen, denen sie nicht gewachsen sind “, so Patrique-Robert Noetzel, Aktionskoordinator bei Peta Deutschland. Auch auf der Horner Rennbahn hatte es beim Seejagdrennen im vergangenen Jahr einen schweren Unfall gegeben (das Wochenblatt berichtete). Zwei Pferde starben, ein Jockey erlitt schwere Knochenbrüche.
„Die sensiblen Pferde werden zu ‚Rennmaschinen‘ degradiert und Wettgewinne stehen über dem Wohl der Tiere“, sagt Noetzel. Laut Peta haben zwischen 2011 und 2013 in Deutschland mehr als 750 Pferde im Galopp- und Trabrennsport ihr Leben gelassen. Die Tierschützer kritisieren, dass schon zwei-oder dreijährige Pferde an den Start gehen, obwohl sich die Tiere noch im Wachstum befinden. Die Folge seien Sehnenschäden und Knochenbrücke, da das Skelett und die Sehnen der Tiere noch nicht vollständig ausgebildet sind, sagt Diplom-Zoologe Peter Höffken.
Das letzte Rennen des diesjährigen Derby-Meetings sollte am Dienstag um 20.10 Uhr das Seejagdrennen sein. Von den sieben Teilnehmern muss dabei unter anderem ein See in der Mitte der Rennbahn durchquert werden. Rennstart war nach Redaktionsschluss. (wb)
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1 Kommentar
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astrid suchanek aus Billstedt | 11.07.2014 | 08:40  
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