Hamburg: Sprungbrett zum Beruf

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Konzentriert bereiten die Schüler der Transfer-Klasse den Unterrichtsstoff auf Fotos: Schröder
 
Rund 1,4 Millionen hat die neue Mensa gekostet. Schulleiter Kristof Dittrich freut sich

Transfer-Klasse: So startet duale Ausbildung in der Schule

Von Anika Schröder
Hamburg. „Was mache ich nur nach der Schule?“ – das ist die große Frage eines jeden Schülers. Mit einem besonderen Programm arbeitet die Brüder-Grimm-Schule im Querkamp 68 dieser Frage entgegen. In sogenannten „Transfer-Klassen“ wird den Schülern der neunten und zehnten Klasse der Zugang zum Berufsleben erleichtert. Im Hamburger Osten gibt es das Projekt bislang nur an dieser Schule. Der Unterschied zu gängigen Praktika ist, dass die Schüler aus den „Transfer-Klassen“ in der Woche drei Tage die Schule und zwei Tage den Betrieb besuchen. Diese Regelung ermöglicht erste Kontakte zum Unternehmen aufzubauen. Unklarheiten aus dem Betrieb werden in der Schule geklärt und die Theorie aus dem Unterricht im Betrieb praktisch umgesetzt. Stärken, Schwächen und Talente werden mit Hilfe von individuellen Beratungen herausgefunden. Die Schüler werden von den Lehrern unterstützt, die sie im Unterricht eng begleiten und in den Betrieben besuchen. Die Schüler müssen sich auf einen Platz bewerben, denn nur rund 20 Jugendliche werden aufgenommen, um die individuelle Beratung auch wirklich zu erfüllen und denen zu helfen, die es auch wirklich wollen.

Projekt kommt an

Die 16-jährige Schülerin Angelique beginnt Ende Januar ihr Praktikum in der Lagerlogistik der Lufthansa. „Vor dem Projekt wusste ich noch nicht, was ich später gerne machen würde. Eine meiner Lehrerin hat mich in einem Berufsberatungsgespräch auf den Beruf aufmerksam gemacht und mir den Arbeitsplatz vor Ort gezeigt“, erzählt die Schülerin freudig. „Ich habe sofort gemerkt, dass dies etwas für mich ist, und freue mich nun auf das Praktikum“.
Dass die Schüler das Projekt ernst nehmen, spiegelt sich auch im Klassenraum wieder. Hier herrscht schon die Bürostimmung, die die Schüler aus dem Betrieb mitbringen. Jeder arbeitet individuell an seinen Schwachpunkten. Der begleitende Lehrer Jürgen Beste und der Schulleiter der Brüder-Grimm-Schule, Kristof Dittrich, sind stolz auf das Projekt und das es bei den Schülern, Eltern, sowie den Betrieben so gut angenommen wird.
Im August 2012 startete das Projekt mit einer Transfer-Klasse. Von den 20 Schülern wechselten im Sommer 2013 15 in eine Berufsausbildung, zwei weitere entschieden sich für eine weiterführende Schule. In diesem Schuljahr wurde das Projekt auf zwei Transfer-Klassen erweitert. Von Anfang an hat die Putz-Stiftung das Konzept unterstützt, mit einer Anschubfinanzierung von 50.000 Euro und einer aktuellen weiteren Spende von 25.000 Euro. Und noch etwas ist neu an der Brüder-Grimm-Schule: die Mensa. Rund 1,4 Millionen Euro hat der Neubau gekostet, gut eineinhalb Jahre dauerten die Bauarbeiten.
Seit Anfang des Monats gibt es hier neben den typischen Pausen-Brötchen täglich zwei Mittagsmenüs plus Salatteller aus der modern-eingerichteten Küche. In der freundlichen und hellen Atmosphäre haben nun 120 Schüler Platz. Neben dem großen Raum befindet sich noch ein kleiner Rückzugsort für Konferenzen, Schülerratssitzungen. „Bis die Aula fertig ist, hat dieser Ort eine multifunktionale Aufgabe auf dem Schulgelände“, sagt Schulleiter Dittrich.
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